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Dibre Emeth · 1874-01-01 · 3-4 (1874) · page 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
30 (1874)
Issue
3-4 (1874)
Date
1874-01-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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50 König — denken wir an Nathan und David/) an Elias und Ahab/) an Jesaia und Ahas/) — und sie standen vor der Gemeinde nicht als Solche, die da redeten in ihrem Namen, sondern die da redeten im Namen und in der Kraft Gottes, die da redeten, getrieben von dem heiligen Geist. Sic standen zu Gott als seine Knechte und Propheten — das hebräische Nabi bedeutet den Sprecher und zwar den von Gost inspirirten, den von Gottes Geist bestimmten Sprecher — sie standen zu Gott in dem innigsten persönlichen Verhältniß. Wie es von der Offenbarung Gottes überhaupt gilt, daß sie eine persönliche That Gottes ist, und daß ihr Zweck die Herstellung eines persönlichen Verhältnisses zwischen Gott und seinen Menschenkindern ist, eines Verhältnisses der Liebe und des Vertrauens, der Treue und kindlichen Anhänglichkeit von Seiten der Menschen gegen den Gott, der die Liebe und Treue selbst ist, der nicht den Tod des Sünders will, sondern daß er sich bekehre und lebe, wie der Kern und Stern der göttlichen Offenbarung die persönliche Versöhnung zwischen dem heiligen Gott und dem schuldbeladenen und süudenbefleckten Menschen ist, wie hier das Persönliche das Herz und der innerste Lebenspunkt -ist, so ist das Persönliche auch das A und das O in dem Verhältniß der Propheten zu ihrem Herrn und Gott. Die Propheten waren Gottes Vertraute. Ihre Stellung zu ihrem Herrn war eine so intime, wie einst die Abrahams. Wie wir in Abrahams Geschichte^) lesen, daß der Herr in Bezug auf den Untergang Sodoms gesprochen: „Wie kann ich Abraham verbergen, was ich thue?" — so lesen wir bei Amos (3, 7): „Der Herr thut nichts, er offenbare denn' sein Geheimniß den Propheten, seinen Knechten". Hier gilt das Wort: „Wovon das Herz voll ist, davon gehet der Mund über."^) Das in Liebe und Gnade überströmende Vaterherz Gottes entdeckt sich seinen Propheten, und den Rathschluß des Heils, dem auch alle Gerichte dienen müssen, thut er ihnen kund. So entsteht denn ein eigenthümliches Verhältniß zwischen Gott und seinen Propheten, so daß im Verlauf der prophetischen Rede öfters das Ich Gottes und das Ich des Propheten mit einander wechseln: so redet z. B. Jesaia 7, 11 der ») 2. Sam. 12. 2) 1. Kön. 18, 18. 3) Jesaia 7. 4) 1. Mose 18, 17. s) Matth. 12, 34.

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