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Dibre Emeth · 1874-01-01 · 3-4 (1874) · page 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
30 (1874)
Issue
3-4 (1874)
Date
1874-01-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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48 falschen Propheten ihre Sünde vorgehalten: „Darum wird Zion um euretwillen wie ein Feld gepflügt und Jerusalem zu Steinhaufen und der Berg des Tempels zu einer wilden Höhe werden" (3, 12). So droht Gott durch ihn die babylonische Gefangenschaft: „Du Tochter Zion, du mußt gen Babel kommen" (4, 10). Und als die Frist, die Gnadenfrist abgelaufen, als das Wort der warnenden Liebe vergeblich erklungen war, da zeigte es sich: Gottes Mühlen mahlen langsam, Mahlen aber trefflich fein; Was mit Langmuth Er sich säumet, Bringt mit Schärf' Er Alles ein. Das Gericht kam. Aber wie einst Gott den Adam nicht ohne ein Trostwort aus dem Paradies auf die durch die Sünde und den Tod zu einem Jammerthal gewordene Erde verstieß, so entsandte Gott auch sein Volk — immer noch sein Volk, denn er hatte seine Hand zwar schwer richtend auf Israel gelegt, aber cs doch nicht auf ewig verstoßen und verworfen — nicht ohne Trostworte in die Gefangenschaft. Ich will eins von diesen Worten nennen. Zephanja, der ihnen schon unter dem König Josia die Strafe ihrer Sünden gedroht hatte, sprach ihnen auch ein Wort des Trostes für die Zukunft (3, 14. 20): „Jauchze, du Tochter Zion. Denn der Herr hat deine Strafe weggenommen und deine Feinde abgewendet. Zu derselben Zeit will ich euch hereinbriugen und euch zu derselben Zeit versammeln. Denn ich will euch zu Lob und Ehren machen unter allen Völkern auf Erden, wenn ich euer Gefängniß wenden werde vor euren Augen, spricht der Herr." — So wird das Zukünftige durch Gottes Offenbarung als gegenwärtig geschaut, und das Licht des Trostes wird dem Volk gegeben, ehe die Nacht der Trübsal noch gekommen. So standen diese Propheten in ihrer Zeit da, als die Boten Gottes an sein Volk. Der Grund der Lehre und Offenbarung, von welchem sie ausgingen, war das heilige Gesetz Gottes, welches gleichsam den Text ihrer Predigten bildete.*) Das Gesetz war das Wort des himmlischen Königs an sein Volk, das er sich erworben, dessen Existenz als Volk er erst durch die Macht- und Gnadenthat *) Vgl. Zeph. 3, S. Mal. 4, 4.

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