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Dibre Emeth · 1874-01-01 · 3-4 (1874) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
30 (1874)
Issue
3-4 (1874)
Date
1874-01-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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44 Heiligthum und die lieblichen Gottesdienste die Sehnsucht nach Zion zu wecken. Und diese Sehnsucht regte sich mächtig. Wie das Volk einst in Egypten im Diensthause seufzte, so stieg das Sehnen seines Herzens nach der Freiheit und nach dem Batcrlande zu Gott empor. Und eö kam der Tag, wo die Weltmacht, bis dahin Gottes Werkzeug zum Gericht, die Dienerin seines Gnadenrathschlusscs wurde. Der König von Persien, Cyrus, in der Bibel Korcs, auf Denkmälern Kuru genannt, gab dem Volk die Erlaubniß zur Rückkehr nach Canaan. An seinen Namen knüpft sich eine für die prophetische Verkündigung bedeutsame Thatsache. Es wird nämlich bei Jesaia (44, 28. 45, 1 sf.) unter Nennung des Namens dieses persischen Königs verkündigt, daß er für den Wiederaufbau Jerusalems und des Tempels Sorge tragen und damit als Gottes Hirt dessen Wille» vollziehen werde, und der jüdische Schriftsteller Joscphus meldet, daß diese Stelle des Jesaia den Cores bewogen habe, die Israeliten aus der Gefangenschaft zu entlassen. Nun hat eine Auslegung, welcher das Wesen der Weissagung, als göttliche Offenbarung, verschlossen ist, behauptet, diese Stelle könne nicht aus der Zeit des Jesaia sein, weil in ihr eben etwas Zukünftiges in so bestimmter Weise verkündigt sei. Es ist aber nicht gleichgültig, ob diese Stelle des Jesaia stehen bleibe, oder nicht. Denn unser Glaube beruht ja auf Thatsachen, auf Thatsachcn aber, die erst durch das Wort der Offenbarung ihr rechtes Licht erhalten. So ist es z. B. eine Thatsache, daß die Welt da ist. Was es aber mit der Welt auf sich habe, daß sie die Schöpfung Gottes sei, das erschließt uns erst das Wort der Offenbarung. Das heidnische Griechenland und Rom hat trotz all' seiner Bildung und Weisheit den einfachen Satz nicht gefunden: „Gott schuf Himmel und Erde". — Es ist eine Thatsache, daß Israel ans Egypten befreit worden ist. Aber wie es dabei zugegangcn sei, daß Gottes allmächtige Hand sein Volk aus der Hand des mächtigen Pharao erlöst hat, daß der Herr den Widerstand des trotzigen und stolzen Heidenkönigs gebrochen, das zeigt uns erst das Wort der Offenbarung. — Es ist eine Thatsache, daß Israel aus der babylonischen Gefangenschaft erlöst worden und nach Canaan zurückgekehrt ist, aber erst die Offenbarung zeigt uns das Walten Gottes bei dieser Befreiung seines Volks. Streicht man aber die erwähnte Stelle des Jesaia, so nimmt man dieses Licht der Offen-

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