Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 30 (1874)
- Issue
- 3-4 (1874)
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/2554541-2554813-2554816--06128-2562106- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
er sich spiegelt. Er giebt, wie das Meer den Himmel, so den ganzen Gott wieder. Der Glaube ist nichts, wenn er blos ist in der Besonderheit des Gesetzes, das aus ihm floß, blos in der Beschneidung, die zum Bundeszeichen ward, welche Gott Abraham nach dem Glauben gab. Aber wozu die Beschneidung, wenn sie nicht den Glauben, die Erlösung, die Rechtfertigung einschloß? Der Vers, entwickelt eingehend biblisch ihr Wesen und ihre Bedeutung und deutet tief die kraftvollen Worte Röm. 4, 11. Die Beschneidung ist nöthig gewesen als ein Zeichen göttlichen Bundes, denn es wäre sonst die Gerechtigkeit Abrahams durch den Glauben nicht erkannt worden. Die Heilsgeschichte Israels ist eine geschichtliche Urkunde Gottes von der Erlösung durch den Glauben. Die Beschneidung ist darin das blutrothe Siegel. Die Geschichte Israels ist keine Besonderheit, um eine Besonderheit zu bleiben, sondern um ein Typus dessen zu sein, was der Welt in ihrem ganzen Umfange bereitet ist. Röm. 4, 13. Bei all diesem citirt der Vers. Sätze aus dem Midrasch und Talmud und weist aus ihnen die jüdischen Vorstellungen nach, denen Paulus entgegentritt. Cr hebt dabei tiefe Sätze hervor, die aber wegen ihrer natürlicherweise jüdischen Färbung erst durch die evangelische Auffassung in das rechte Licht treten. Er weist klar nach, daß Paulus sich gegen bestimmte Vorstellungen unter den Juden wendet. Am Schluß dieses Abschnittes sagt der Vers, zusammenfassend: „Die Geschichte Israels war ein Bote, der durch Jahrhunderte den Glauben sich und Anderen in heiligen Gefäßen (dem Gesetz) trug. Hat er seine Botschaft abgegeben, ist sein Lauf zu Ende. Die heiligen Geräthe werden von dem Empfänger neu gefüllt und erfüllt. Die Gefäße sind das Gesetz. Es ward nicht zerschlagen. Nur eben festgestellt als Gesetz des Glaubens. Wie es keinen Glauben giebt, der nicht ein Gesetz will. Es ist der Same da, um der Frucht willen. Und derselbe Same muß überall dieselbe Frucht tragen. Die Frucht der Gerechtigkeit ist aber der Friede Gottes im Glauben, der sich bekundet im Leben und im beschnittenen Herzen, d. h. in solchen, die nach dem inwendigen Menschen halten den Bund des Glaubens an Gott und im Geiste alle sind Söhne Abrahams, der so ist der Vater unser Aller." (Röm. 4, 16.)