Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 30 (1874)
- Issue
- 3-4 (1874)
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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38 SßSerfe — diese drei Grundzüge des jüdischen Lebens, welche Aboth 1, 2. 1,18 nur mit verschiedenen Bezeichnungen genannt werden — lösen das Nebel und lassen zu Theil werden, was Gott Abraham versprochen hat, daß über sein Geschlecht kommen soll. Aber für Paulus wurde gerade der Sechuth Abraham der stärkste Hebel, den Ungrund der jüdischen Sicherheit zu bezeugen. Im strengen Anschluß an diese Entwickelung übersetzt der Vers, nun Röm. 4, 1 in neuer Weise so: „Werden wir nun sagen, daß wir den Abraham, unfern Vater, im Fleisch gesunden haben?" d. h. ist er blos unser, der Juden, Vater im Fleisch? Das müßte er sein, fährt Paulus fort, wenn er aus den Werken gerechtfertigt wäre. Das ist aber nicht der Fall. Zwar sagten die Juden, Abraham hätte das Gesetz bereits erfüllt, selbst aiTJ? (Joma 28 b). Dagegen spricht Paulus V. 2: „Wenn nämlich Abraham durch die Werke gerechtfertigt worden ist, so hat er wohl Ruhm, aber nicht vor Gott", d. h. was er auch für Werke gethan haben möge, bei Gott haben sie nicht so viel gegolten, als der Glaube. Denn nicht bei seinen Werken steht, sie seien ihm zur Gerechtigkeit geworden, sondern nur beim Glauben. Diesen Satz begründet Paulus dann in V. 3 ans 1. Mose 15, 6. Wir müssen es uns versagen, dem Verf. weiter Schritt für Schritt auf dem Wege seiner Auslegung zu folgen, und überlassen es dem Leser, das selbst durch Studium des Werkes zu thun. Denn unsere Aufgabe soll ja nur die sein, die Schätze anzudeuten, die der Leser aus dem Werke heben kann. Wir beschränken uns daher darauf, im Folgenden nur noch einige Hauptpunkte andeutend hervorzuhebe». Der Vers, sagt: Gott erlöste Abraham, weil er glaubte. Der Glaube ist so frei, so weit, so allgemein, wie der Gott, in dem werden Belege zu obigem Satze aus dem Machsor angeführt. Z. B. „Das Verdienst des Morgenländers (Abraham) möge (heute, am Versöhnungstage) erblühen, der Lilie vergleichbar. Die Sünde geht (dann) vorüber und eine Stimme ertönt stark aus der (himmlischen) Wohnung: Ich habe vergeben." — Ferner: „So möge denn an diesem Morgen seine (Abrahams) Tugend und Gradheit und Gerechtigkeit intercediren, so lange das Volk zu dir naht; seine Asche möge immerdar vor dir erscheinen, um uns von unserer Schuld rein zu waschen."