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Dibre Emeth · 1874-01-01 · 3-4 (1874) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
30 (1874)
Issue
3-4 (1874)
Date
1874-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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36 Reinmachende, das alleinige Verdienst, durch welches er gerettet ward. Ohne diese Anrechnung zum Sechuth gab es keine Besonderheit Israels. Daher stützt sich die gesammte jüdische Ueberlieferung auf Sechuth Abraham. Dieser Begriff ist ein Hauptschlüssel für das Verständniß der jüdischen Theologie. Ref. hebt an dieser Stelle hervor, daß der Vers, das ganz besondere Verdienst hat, durch „tieferes Betrachten, mit kritisch-pietätsvollem Sinne begleitet", wirkliches Verständniß der jüdischen Theologie dem Leser zu ermöglichen. An Material fehlte es ja bis dahin nicht,*) aber es war unverarbeitet, es war unterschiedslos aus den verschiedensten Zeitaltern zusammengewürfelt und man hatte das ■ Gefühl, sich in einem Labyrinth zu bewegen, ohne doch den sicheren Ariadnefaden in der Hand zu halten. Abrahams Verdienst ist in der jüdischen Theologie der Eckstein, auf welchem der ganze Bestand Israels ruhe; ist der Schild, unter dem es zu einem Volk reifte. Der Vers, belegt dies aus Talmud und Midrasch. Auf Abrahams Verdienst gründet sich daher namentlich die Abwehr gegen Christus und sein Reich, weil in Christo jeder Odemzug ein Bruch mit der Besonderheit, mit der israelitischen Kirche war. Denn er war nicht blos für Israel, sondern für die ganze Welt gekommen. Nun erwarten zwar auch die Juden de» Messias nicht blos für sich, sondern auch für die übrigen Völker, aber als einen Solchen, der die Besonderheit des Gesetzes nicht überschreitet, sondern die ganze Welt darin einschließt. Christi Lehre aber, die allen Völkern gleiche Erlösung brachte, machte eben hierdurch Gesetz und Beschneidung werthlos, also den Bund Abrahams mit Gott eitel. Der Apostel Paulus hat daher das Evangelium dadurch zu begründen, daß er das Verdienst Abrahams aus den Angeln hebt, d. h. im Geiste erfüllt. So weit die ersten beiden Kapitel des Buches, welche die grundlegende Einleitung enthalten. Bis hierher mag ja auch mancher jüdische Leser ohne wesentliche Opposition unserem Bericht gefolgt sein. Aber wie nun weiter? Der Verf. wendet sich nun, nachdem er gezeigt, was eigentlich Abrahams Zedaka sei und wie sich dieser Begriff im Laufe der Jahrhunderte gewandelt hat, zu *) Wir erinnern an die Arbeiten von Lightsvot u. A.

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