Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 30 (1874)
- Issue
- 3-4 (1874)
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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35 wandelt. Diesen Wechsel des Begriffs stellt der Vers. S. 30 ff. in geschichtlicher Entwickelung dar, und es ist ihm hier gelungen, in meisterhafter Darstellung die dunkelsten Dinge klar zu legen und die schwierigsten Fragen zu losen. Er zeigt uns deutlich die Fäden der Entwickelung; er läßt uns in das innere Getriebe blicken; wir können Schritt für Schritt verfolgen, wie sich die Dinge gestaltet haben. Der christliche Leser wird ihm danken für seine Gabe und der jüdische Leser, so hoffen wir, wird ihm willig folgen und ihm sein Ohr leihen für seine streng wissenschaftliche Entfaltung. Heben wir nun die Hauptpunkte hervor: Der Vers, geht von der Thatsache aus, daß die Targumim an vielen Stellen das hebräische Zedaka nicht mit diesem Wort, sondern mit 12> oder HGi (d. h. Reinheit) wiedergeben. Nun bezeichnen zwar beide Worte, Zedaka sowohl als Sechuth, nicht etwa eine Thätigkeit, sondern eine Eigenschaft, einen Zustand, durch welchen der Mensch vom Tode der Sünde erlöst wird. Aber Zedaka that den passiven Sinn ab, d. h. sie bedeutete nun nicht mehr blos etwas von Gott Empfangenes, sondern der aktive Sinn des gerechten Thuns wurde ganz ihr eigen. In der lebendigen Verwirklichung des Gesetzes lag nun die Rechtfertigung. Nach Pirke Aboth 3, 18 konnte nun nur der ein Zadik sein, dem Quinin Upitche Niddah Haupttheile der Lehre waren. Die That des Gesetzes, das ein Ausfluß des gerechten Gottes ist, ist eine Abspiegelung der Zedaka Gottes, die aber zugleich die Liebe und das Erbarmen ist. So giebt die griechische Uebersetzung des Alten Testaments, die sogenannte Septuaginta (LXX) an einer Reihe bezeichnender Stellen Zedaka nicht mit dikaiosyne (Gerechtigkeit), sondern mit eleemosyne (Erbarmen) wieder. Die Auffassung ist dabei die, daß die Erfüllung des Gesetzes geeignet ist, das Erbarmen Gottes zu verdienen. Zedaka in dem Sinne von Erbarmen erscheint so während der Zeit des zweiten Tempels und später im jüdischen Sprachgebrauch. Auch die Apokryphen zeigen deutlich, daß man Zedaka für gute Werke der Liebe gebrauchte. Nach Pirke Aboth 5, 13 heißt Zedaka geradezu Almosen. (Notene Zedaquah — Almosen-Spender.) Aber die Zedaka, welche Abraham angerechnet ward, übersetzt der T arg um mit Sechuth, d. h. der Glaube wurde für ihn das 3*