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Dibre Emeth · 1874-01-01 · 3-4 (1874) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
30 (1874)
Issue
3-4 (1874)
Date
1874-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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34 gelium seines liebenHetrn, aber ckuch in emern Zuge mit der Kenntniß dessen, das er überwunden und aus dessen Vereinigung mit Jenem er sonnenglänzend hervorging/ wie ein Bräutigauiaus der Äintmer." (Pf. 19, 6.) Der Verfasser stellt sich demnach die Aufgabe, das pharisäische Dogma des Judenthums, wie es sich seit dem zweiten Tempel bis Paulus entwickelt, darzustellen und zwar in Bezug auf den einen Hauptpunkt von der Gerechtigkeit. Ich will seinen Entwickelungsgang andeuten, damit der Leser daraus entnehme, welche reiche Fülle von Belehrung er aus dem Buch selbst schöpfen könne. . P. Cassel geht aus von 1. Mose 15,6: „Und er (Abraham) glaubte Gott und es ward ihm zur Zedaka (Gerechtigkeit) angerechnet". Er giebt den Begriff von Zedaka: es besitzt sie der Zadik, d. h. der, welcher in der Wahrheit seiner Seele das Gericht erträgt und frei aus demselben hervorgeht. Das begründet er etymologisch und biblisch in der eingehendsten Weise und entwickelt dann weiter: Abraham wäre in seinem Zustand der Kinderlosigkeit und Geschichtslosigkeit untergegangen, wenn ihm nicht sein Glaube als der Zustand angenommen worden wäre, als der sich sonst die Zedaka bezeugt. Durch seine Glaubensgerechtigkeit wurde er der Träger einer Besonderheit (d. h. Israels, als des sonderlichen Gottesvolkes), mit der Gott einen Bund schloß und die thun soll Zedaka und Recht, damit ihr dieser Bund Gottes zu Gute komme. (1. Mose 18, 19.) So lange das Gottesteich Israel in der Besonderheit verblieb, so lange war das Thun des Gesetzes ein Zeugniß des Glaubens.*) Dieses Verhältniß der Zedaka zum Gesetz galt nun für die frühere und spätere Zeit des jüdischen Lebens, sowohl zum geschriebenen Gesetz, der Thora, als auch zum ungeschriebenen Gesetz, der Ueberlieferung, der Auslegung und Weiterbildung des Gesetzes in der sogenannten Hälacha, wie sie sich in den Zeiten des zweiten Tempels zu bilden anfing. Dadurch war denn auch der Begriff des Zadik im Verhältniß zu dem biblischen Begriff desselben ge- *) Res. macht darauf aufmerksam, daß in diesem Gedaukengaug, den er hier nur andeuten konnte, die Antwort auf die interessante und immerhin schwierige Frage liegt, warum das Reich Gottes unter dem Alten Bünde sich in den gesetzlichen Bahnen bewegen mußte.

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