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Dibre Emeth · 1874-01-01 · 1-2 (1874) · page 20

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
30 (1874)
Issue
1-2 (1874)
Date
1874-01-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
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ancharischer Sprache thiitig. So sind unter seiner Beihilfe eine neu revidirte amharische Bibelübersetzung und mehrere Traktate herausgcgeben. Augenblicklich arbeitet er an einem gleichen Lescbuche. Sechs junge Abyssinier, die auf Crischona für den Misstonsdienst herangebildet werden, hatten in dem ihnen nicht zusagenden Klima viel mit Krankhcitsbcschwerdcn zu kämpfen; einer derselben ist gestorben. Einer oder der Andere wird aber hoffentlich noch in der Heimath wieder zu arbeiten im Stande sein. Zum Verständniß des über die Sabbathgöttin oben Gesagten sei hier aus dem Flad'schen Buche Folgendes mitgctheilt. Dieselbe erinnert an die „Melechet des Himmels", deren im Buch der Richter 2, 13; 1. Sam. 12, 10; 1. Kön. 11, 5, 33 u. s. w. Erwähnung geschieht. Die Falaschas beten diese Göttin nicht nur an, sondern bringen ihr auch ein Speis- und Trankopfer, das in Brodkuchen und Bier besteht; auch räuchern sie ihr Weihrauch. Außerdem werden ihr noch verschiedene Brandopfer dargcbracht. Als Flad einem Falascha - Debtera (Gelehrten), im Beisein anderer Falaschas, den Dienst der Sanbat und die Uebertretung des zweiten Gebots vorwarf, antwortete dieser mit der größten Unbefangenheit, was einst die Weiber von Pathros dem Propheten Jeremias geantwortet hatten (44, 10): „Wir wollen thun, wie unsere Väter gcthan," und fügte hinzu: „Haben sie nicht auch in Aegypten dem Jeremias geantwortet: seit der Zeit wir abgelassen haben, der Melechet des Himmels zu räuchern, haben wir Alle Mangel gelitten. Wir fürchten, daß, sobald.wir aufhörten, der Sanbat zu dienen, sie uns ihren Segen entziehen würde, denn sie ist Herrin über Sonnenschein und Regen und allen leiblichen Segen." Derselbe Gelehrte stellte sie als die Göttin des Schicksals dar, welcher kinderlose Frauen und Kranke, sowie überhaupt in Noth sich befindende Leute Gelübde thun. Ein äthiopisch geschriebenes Buch „Teesafa Sanbat" (Sabbathgebote) enthält eine höchst unsittliche Beschreibung der Sabbathgöttin, in deren Dienst 10,000 mal 10,000 Engel stehen sollen. Aus dem Vorhandensein dieses SanbatsdiensteS schließt man übrigens auf eine Einwanderung von Juden in Abyssinien bereits zur Zeit der ersten Verbannung, da in der späteren Zeit Götzendienst bei den Juden nicht leicht vorgekommen ist. Die Zahl der FalaschaS beläuft sich nach ungefährer Schätzung auf 200,000. Sollte mit der größeren Beruhigung der politischen

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