Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 30 (1874)
- Issue
- 1-2 (1874)
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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13 ’ Ein anderes Zeugniß über denselben Mann finden wir in dem Baseler Volköboten. Dort schreibt uns Einer, der während seines Besuches der heiligen Stadt auch Stern kennen gelernt hatte: „Zu den vielen schönen Stunden, die ich in Jerusalem verleben durfte, gehören auch diejenigen, welche ich in den Abendbetstunden zubringen konnte, welche in der Kapelle der evangelischen arabischen Gemeinde an Dienstagen und Freitagen gehalten werden. Deutsche und Engländer beten da mit einander. Einmal eröffnet der Pfarrer der deutschen Gemeinde die Stunde in deutscher Sprache, liest einen Abschnitt aus dem Worte Gottes, stimmt ein deutsches Kernlied an und beginnt mit einem Gebete, dem dann einige andere folgen, denn wer sich getrieben fühlt, kann seine Stimme erheben; dann wird wieder gesungen und es schließen sich die Engländer, meist Geistliche und Arbeiter der Londoner Judengesellschaft, die hier ein großes Werk hat, mit ihren Gebeten an. Das andere Mal beginnen die Engländer, und es ertönen jene Hymnen, welche ein eigenes Feuer der Andacht und der Erweckung durchströmt. Unter den Betenden hörte man öfters die Stimme bekehrter Israeliten, die als jüdische Eiferer meist aus den Donaufürstenthümern nach Jerusalem gekommen waren und nun den Herrn gefunden hatten. Unter diesen Betenden war ein Mann, gleichfalls aus Israel stammend, auf dessen hellem edlem Angesicht man las, was aus ihm geworden, nämlich ein bewährter Christ, der im treuen Dienste für seinen Herrn und Meister seine Kräfte in Jerusalem verzehrte, das war I. P. Stern; man wußte, mit was für einem heiligen Eifer er an den Genossen seines Volks arbeitete, um sie zu seinem Heiland zu führen und zu dem Frieden, der allein bei ihm ist. Diesen Frieden fühlte man ihm ab, und darum war es Einem so wohl um ihn. Ich habe ihn einmal in seine Wohnung begleitet. Aus dunkler Straße stieg man empor in eine einfache, schmucklose Kammer, aber der schöne blaue Himmel blickte in dieselbe herab, und der Oelberg schaute so lieblich herüber. Wie oft ist er mit der Seligkeit eines Zeugen, wenn auch am Leibe gebläut, in diese Kammer zurückgekehrt. In der neuesten Nummer des Freundes Israel hat einer seiner Freunde, der Proselyt Landsmann, aus eigener Anschauung über das Leben und Wirken dieses Mannes Einiges mitgetheilt,