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Dibre Emeth · 1874-01-01 · 1-2 (1874) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
30 (1874)
Issue
1-2 (1874)
Date
1874-01-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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11 achteten und liebten diesen bejahrten Diener des Herrn. Nicht um ihn zu rühmen, was einem Diener Christi übel anstehen würde, der nur von einem Namen weiß, dem allein Preis, Ehre und Ruhm gebührt, von dem Namen, der über alle Namen ist, Jesus, Immanuel; sondern wir wollen von den besonderen, den mannigfaltigen und schönen Gaben sprechen, die unser verstorbener Freund von seinem Meister und Herrn empfangen, um seinem heiligen Rufe zu folgen, dem er sein Leben geweiht hatte. „Gedenket eurer Lehrer, die euch das Wort Gottes gesagt haben." Das war daö Amt unseres verstorbenen Freundes und Bruders, das Wort Gottes Juden und Nichtjuden zu sagen. Und die Art und Weise, wie er das Wort der heiligen Schrift verkündigte, war im hohen Maße dazu angcthan, einen tiefen Eindruck auf die hervorzubringen, welche ihn gehört hatten. Und was war es, was bei den Hörern solches wirkte? Keine Bcredtsamkeit, keine Macht der Beweisführung, noch etwa die Anführung einer Menge von Stellen, um so seine Hörer zu überwinden. Nein, unser Freund besaß höhere, mächtigere, heiligere Gaben: Sanftmuth und Dcmuth waren seine besonderen Gaben. Er sprach mit großer Einfachheit, mit Eifer und Ernst. Er sprach von dem, was der Herr für ihn, für seine Seele gethan; wie er dazu gebracht worden sei, den Herrn Jesum als seinen Messias und seinen Heiland zu ergreifen. Er sprach von seiner eigenen seligen Erfahrung, von dem Frieden und der Freude, die in seinem Herzen wohnten; und wenn er gesprochen, so fühlte Jeder, der ihn gehört, daß sich unser Bruder in seinem eigentlichen Element befunden. An ihm war nichts Angenommenes, nichts Mechanisches; was er sagte, kam frisch aus einem Herzen der Liebe, und es ging zu Herzen. Deßwegen hörten wir ihn wieder und immer wieder gern, daher lieh man ihm überhaupt ein williges Gehör, und eben deßhalb machte seine Unterhaltung einen so tiefen und dauernden Eindruck auf seine Hörer. In ihm sah man nicht allein den Lehrer, sondern auch das Beispiel eines christlichen Lebens. Er übte täglich, was er Andere lehrte. Unser Heimgegangener Bruder war nicht ohne seine großen Heimsuchungen, er hatte seine eigenen Versuchungen und seine finsteren und trüben Stunden, aber das Gebet und das Wort Gottes waren sein Stab und Stecken. Alles dies machte ihn uns werth; wir werden deßhalb nicht

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