Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 30 (1874)
- Issue
- 1-2 (1874)
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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10 ist Alles! Er ist Alles!" Seine letzten Worte waren eine feierliche Ermahnung, die ich niemals vergessen kann, meine Bemühungen, Seelen zu retten, zu erneuern und zu verdoppeln und mein ganzes Erdenlcben diesem einen großen Zweck dienstbar zu machen. Er hatte noch eine kleine Zeit zu warten; dann, als sich die letzten Lichtstreifen des Morgens zeigten, brach das Licht eines niemals verscheidenden Tages über seinen sich verdunkelnden Augen au. Sein Geist ging ruhig zu Gott, der ihm dies verlieh, und genießt nun, wie wir nicht zweifeln dürfen, vor dem Thron alle die Seligkeit, deren eine aus ihrem Leibe hinfortgezogene Seele fähig ist — die unaussprechliche Seligkeit eines Tobten, der in dem Herrn stirbt. — Diener Gottes, dir ist wohl geschehn! Wir weinen um deinetwillen nicht, wir können es auch nicht. Es ist Alles ganz gut. Du hast dieses arme und verderbte Land mit dem Lande des Lebens und der Herrlichkeit vertauscht. — Mögen wir der Gnade theilhaftig werden, deinen Fußtapfen zu folgen, wie du Christo gefolgt bist. Mögen wir zuletzt als Solche erfunden werden, die mit deinem einfältigen Glauben, mit deiner warmen Liebe, mit deinem treuen Fleiße gearbeitet und gleich dir ihren Lauf mit Freuden geendet haben. Du bist aus dem Unglück hiuweggenommen, das so bald kommen wird. Die überhandnehmende Gottlosigkeit und die Wuth der Verfolgung kann dich niemals mehr bekümmern, du bist in Ruhe, und auf immer! Deine Werke, durch eine lebendige Einigung mit Christo vollbracht und Früchte seines Geistes, werden dir auch sicherlich folgen. Um Seinetwillen wird ja kein Opfer gebracht, kein Becher kalten Wassers in seinem Namen gereicht, kein Sieg über die Sünde und das eigene Ich davongetragen, der jemals vergessen werden soll. Nun sollst du in Ewigkeit den reichen Lohn der Gnade ernten; „Achte auf den Frommen und blicke an den Gerechten, denn sein Ende ist in Frieden". „Ich hörte eine Stimme vom Himmel, die zu mir sprach: Schreibe, selig sind die Tobten, die in dem Herrn sterben von nun an; ja, der Geist sagt, daß sie ruhen von ihrer Arbeit, und ihre Werke folgen ihnen nach." Pastor Weser, Geistlicher der deutschen Gemeinde, sagte unter Anderem in seiner Leichenrede: „Wir gedenken des Verstorbenen als desLehrers und Missionars, der unter uns in den letzten zwanzig Jahren betend, sorgsam und, Gott sei gelobt, mit hohem Erfolg gearbeitet hat. Wir Alle