Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 30 (1874)
- Issue
- 1-2 (1874)
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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4 ■i Beziehung ein recht eigentliches Culturwerk, wenn auch in einem noch höheren Sinne, als cs die nur äußerlich Urthcilenden meinen. Auch die Bemühungen der Jerusalemer Mission um die sociale Hebung der dortigen Juden verdienen Anerkennung und sind mit allem Vorhergenannte» Beweis genug, wie man in der Mission nicht aus der Dummheit oder aus der socialen Erniedrigung der Juden Capital zu schlagen hofft, sondern im Gegentheil der ge-- wissen Uebcrzeugung ist, daß ebensowohl die Weckung der natürlichen Kräfte und Gcistesgaben unter den Juden, als die sociale Hebung derselben der Sache des Evangeliums unter ihnen nur förderlich sein kann. Wie man von Seiten dieser einen Gesellschaft den Kindern Israels in drei Wclttheilen: Europa, Asien und Afrika, mit dem Worte des Lebens nachgeht, ist schon oft hervorgehoben worden. In welchem Maße dies aber geschieht, dafür noch einen anderen Beleg. Allein an Bibeln und einzelnen Theilen derselben sind in dem einen Jahre 1872: 35,406 Exemplare verbreitet worden, und in wie vielen Sprachen! Deutsche, böhmische, französische, englische, polnische, italienische, spanische, jüdisch-spanische, maltesische, rumänische, serbische, arabische und hebräische Alte und Neue Testamente, Psalmen, Evangelien u. s. w. sind in ihre Hände gelegt worden; außerdem 82,047 Bücher und Traktate religiösen Inhalts in den meisten jener obengenannten Sprachen. Also über Einmalhunderttausend stille Prediger haben auf diese Weise Juden das Heil verkündigt; unser Blatt und die Erfahrung eines jeden Missionars wissen aber davon zu sagen, was diese Zeugnisse in so vielen Fällen in der geheimen Werkstätte der Gewissen und Herzen gewirkt haben. Die Anzahl der in der Londoner Mission beschäftigten Missionare, Lehrer, Lehrerinnen, Aerzte, Colportcure u. s. w. beläuft sich auf 121 Personen, unter denselben 56 jüdische Bekehrte. Die Jahreseinnahine der Londoner Gesellschaft belief sich auf über 220,000 Thaler. Auf die bekannte Rechnung vieler Juden, wie hoch eine jüdische Seele zu stehen komme, ruhig eingehend, hat eine solche (84 Getaufte) also für uns den Werth von über 2500 Thalern gehabt. Und wir können versichern, daß eine Seele uns noch mehr gilt; wir thun es selbst auf die Gefahr hin, daß viele unserer jüdischen Mitbrüder den Werth der Seele einer der