Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 29 (1873)
- Issue
- 11-12 (1873)
- Date
- 1873-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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189 seine Praxis unter den Juden verloren, er will sich nunmehr in Sidon als praktischer Arzt niederlassen. Ein anderer, jüngst getaufter Proselyt kaufte sich 2 Jahre vorher ein N. Testament, um Einwürfe gegen das Christenthum auszufinden und kam dann eine lange Zeit an jedem Sonnabende, um zu disputiren. Später ward er auf das Krankenlager geworfen und dem Tode nahegebracht. Nach seiner Genesung setzte er seine Besuche fort. Missionar Fränkel frug ihn, wie er sich im Angesicht des Todes befunden habe. „O, ich fühlte mich sehr glücklich," antwortete er sehr schnell. „Was war aber der Grund Ihrer Hoffnung? Sie wissen doch, daß die Juden keine gewisse Hoffnung des ewigen Lebens haben, weil sie keinen Erlöser besitzen, sie von den Sünden rein und ihre Seelen für den Himmel geschickt zu machen." „Aber ich habe einen Heiland," antwortete er, „ich glaube, daß Jesus für meine Sünden gestorben ist und mir das Himmelreich aufgethan bat." Am 23. Oktober vergangenen Jahres wurde er getauft. Endlich ist die Londoner Mission auch in Nord-Afrika vertreten; sie hat daselbst Stationen in Algier, Tunis, Alexandria und Abessinien. Den Juden in Algier will die französische Gesetzgebung eine große Verbesserung ihrer Lage angedeihen lassen. In der Zeit des Krieges ist ihnen durch ihren Glaubensgenossen, den Minister Cremieux das französische Bürgerrecht ertheilt worden, und bisher ist dieser Beschluß noch nicht rückgängig gemacht, so übel ihn auch die eingeborene Bevölkerung ausgenommen hat. Das Missionswerk ist in Algier recht thätig geübt worden. Die Verbreitung des göttlichen Wortes insbesondere bringt ihre Frucht. Vor 2 Jahren kam ein N. Testament in die Hände eines Juden, er las es aus Neugier. Sein Vater fand ihn, das Buch in seinen Händen, warnte ihn vor der Gefahr und bat ihn, dasselbe zu vernichten. Das natürliche Verlangen, etwas ihm Unbekanntes zu entdecken, machte aber den jungen Mann noch aufmerksamer als zuvor. Letzten Oktober sah er das Bücherpacket des Colporteurs durch die Stadt wandern; der Träger desselben jedoch war ihm unbekannt. Er redet ihn an, ein Gespräch erfolgt, eine Zusammen-