Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 29 (1873)
- Issue
- 11-12 (1873)
- Date
- 1873-01-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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186 bedroht wurden, zu antworten vermochten: „Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewänne und nähme doch Schaden LN seiner Seele?" Pr. Eppstein veranschaulicht diese seine Behauptung durch die Geschichte eines Rabbi, der in Jerusalem geboren, seine Studien daselbst begann und sie unter einem der berühmtesten Lehrer in Smyrna beendigte. Er erhielt hernach die Licenz als Rabbiner Und wurde auch in einer Privatschule Lehrer, insbesondere Lehrer für die Kinder einer der reichsten Familien in der Stadt. Pr. Eppstein wurde mit ihm vor etwas über 2 Jahren bekannt; er gab ihm damals einige Bücher und Traktate, die derselbe auch fleißig gebrauchte. Nach einiger Zeit fand er soviel Wohlgefallen an dem Verkehr mit dem Missionar, daß er, so oft er etwas Zeit erübrigen konnte, zum Unterricht kam, während er zu Hause fleißig das Alte und Neue Testament und die Misstonsschristen „die alten Wege oder der wahre Israelit von Dr. M*,Caul" und „Bunyans Pilgerreise" studirte. Einige seiner Nachbarn entdeckten dies und meldeten es den Rabbinern; seine Frau bestätigte die Anklage, und allmählich verbreitete sich das Gerücht, daß er wahrscheinlich Christ werden würde. Darauf begann eine Reihe kleiner Verfolgungen, mehrere seiner Privilegien wurden ihm verkürzt, während man zu gleicher Zeit Winke fallen ließ, daß, wenn er nur die Besuche bei Pr. Eppstein einstellen würde, Alles und sogar mit Interessen ihm wieder zugestellt werden würde. Als diese Versuche fruchtlos blieben, hielt man eine Versammlung; Einige schlugen vor, ihm die Licenz zu entziehen, Andere von seiner Partei aber, die ihn als ihren Rabbi betrachtete, traten dem entgegen. Zuletzt setzte es doch die fanatische Partei durch, daß man eine Verfolgung gegen ihn erhob, an welcher selbst seine Frau theilnahm. Er trug Alles geduldig und verblieb die ganze Zeit in der Hoffnung, daß seine Frau sich bereden lassen würde, ihm zu folgen. Seine Lage ist noch immer dieselbe ungewisse. Als einen Fall des Haffes so mancher Juden gegen das Christenthum erzählt Pr. Eppstein von einem jüdischen Doktor und dem schrecklichen Gericht, welches denselben ereilte. Dieser Mann haßte Christum, vermied stets den Missionar und warnte Andere davor, mit ihm in Berührung zu kommen. Am 12. November be-