Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 29 (1873)
- Issue
- 11-12 (1873)
- Date
- 1873-01-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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184 zu erlösen.Der Rabbi lud den Prediger Eppstein zu einer Conferenz ein, bat ihn, in dieser schwierigen Lage ihm beizustehen, und zeigte ihm einen Beschluß, der ihn zu ihrem Vertreter ernannte. Pr. Eppstein versicherte ihm, er würde sehr bereit sein, ihnen zu helfen, wenn sie ihm nur ihren Beschluß und ihre Autorisirung, fiir sie zu handeln, schriftlich übergeben wollten. Der Rabbi, über diesen Vorschlag erfreut, versprach ihm, bis zum nächsten Tage Alles fertig zu machen, aber mehrere Tage vergingen, und er hörte nichts von ihm. Die Sache wurde wieder fallen gelassen, zur großen Freude der Griechen, die sich fürchteten, die Sache untersucht zu sehen, und die Juden wagten sich allmählich wieder aus ihrem Viertel heraus, sich allen möglichen Beleidigungen und selbst Schlägen aussetzend, um nur eine Kruste Brot zu erhalten. Diese Ereignisse nun unterbrachen wohl eine Zeitlang die Sonnabend- und Sonntags-Gottesdienste, förderten aber im Ganzen das Missionswerk. Im Mai nahm Pr. Eppstein seine Stunden wieder auf, und 19 Personen erschienen bei denselben. Er sprach zu ihnen über den Gegenstand, der ihre Gemüther am Meisten beschäftigte, und während er sie von der falschen Beschuldigung, daß sie für ihre Osterkuchen Blut nöthig hätten, freisprach, richtete er ihre Aufmerksamkeit darauf, daß sie unschuldiges Blut vergossen hätten, als ihre Oberen den Herrn der Herrlichkeit verwarfen und kreuzigten, und daß sie dieses Verbrechen billigten, wenn sie, nach ehrlicher und unparteiischer Prüfung, seine Forderungen abzuweisen fortführen. Unter denen, die im Laufe des Jahres einen regelmäßigen Unterricht empfingen, starb einer im Glauben, obgleich er die Gelegenheit getauft zu werden, nicht gehabt. Er ward vom Fieber ergriffen und starb in wenigen Tagen. Sein Geist war vor dem Tode ganz klar, er beklagte es herzlich, daß er nicht getauft worden wäre und als er starb, sagte er. „berichtet dem Herrn Eppstein, daß ich im vollen Glauben und Vertrauen auf die Versöhnung Christi meines Heilandes sterbe,, der, wie ich es gewiß weiß, mich ohne Taufe annehmen wird, da er ja den bußfertigen Schächer auch angenommen hat/ Dann wiederholte er öfters: „Herr, habe Gnade