Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 29 (1873)
- Issue
- 11-12 (1873)
- Date
- 1873-01-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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183 Stand setzte, Monate lang den armen Hungernden während einer Theuerung in Bagdad das Brot darzubieten, ihm auch diesmal helfen werde. Am nächsten Tage , es war ein Freitag, kaufte er, wohl wissend, daß ein Laib Brodt eine willkommene Gabe für ein hungerndes Mitgeschöpf sein würde, einen ganzen Bäckerladen auf, und, nachdem er der Sicherheit halber die Thüren des Ladens verschlossenhatte, vertheilte er mit Hilfe einiger jüdischen Freunde aus den Fenstern etwa 500 Brote. Einige gütige Freunde halfen ihm drei Wochen lang in diesem Liebeswerke, und so war er in den Stand gesetzt, vieles Elend zu erleichtern. Das gab ihm denn auch Gelegenheit viele Juden in ihren Häusern zu besuchen und mit ihnen über ihre Seelen und den Heiland zu sprechen. Keiner der reichen Juden schien an das Elend seiner armen Mitbrüder zu denken und erst, als der Missionar das Brot auszutheilen begann, erwachte in ihnen das Gefühl für ihre Verantwortlichkeit. Unterdeß sind aus Europa große Summen zu ihrer Unterstützung gesandt worden. Das herzlichste Verhältniß fand zwischen den Rabbinern und ihrer Gemeinde und dem Missionar statt. Man begegnete ihm mit großer Artigkeit und bewillkommnete ihn, wohin er kam. Doch wurden die Armen über die lange Beschränkung auf ihr eigenes Viertel, das sie nicht zu verlassen wagten, sehr ungeduldig. In ihrer Roth wandten sie sich an Prediger Eppstein und dieser rieth ihnen, sich durch ihren Vorstand an den Pascha mit der Bitte um eine gründliche Untersuchung des Verbrechens, dessen man sie beschuldigt, zu wenden. Während dieser Zeit war es in die Oeffentlichkeit gedrungen, daß einige Verwandte des oben erwähnten Kindes dasselbe getödtet hatten. Die Griechen wußten es jedoch so anzustellen, daß die Untersuchung hingehalten wurde, und die Roth dauerte fort. Die Armen wurden voller Verzweiflung und kamen eines Tages in einem Haufen zum Rabbi, forderten ihn auf, in der Sache zu handeln und bedrohten ihn, daß, wenn er es nicht thun würde, sie den Missionar als ihren Rabbiner ausrufen würden. Eine Deputation kam am Abende zu demselben, um ihm zu berichten, was sie gethan, .bat ihn, ihr Rabbi zu werden und sie aus ihrem Unglück