Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 29 (1873)
- Issue
- 11-12 (1873)
- Date
- 1873-01-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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181 Flammen die Zerstörung des Judenthums durch protestantischen Betrug bedeute, darum aber jede Anstrengung gemacht werden müsse, um die Zeit des Abfalls aufzuhalten. Hier sieht man, mit welchen Schwierigkeiten Pie Mission unter altrabbinischen Juden zu kämpfen hat. In Conftantinopel ist überdem die Judenschast in geistiger Beziehung ebenso lethargisch, wie die muselmännische Bevölkerung. Schulen wollen kaum fortkommen, man weiß ihren Werth nicht zu schätzen. Daß die Missionsschulen innerhalb 10 Jahren 1383 jüdische Kinder unterrichten konnten, muß man bei den Verhältnissen jener Stadt noch als ein großes Resultat ansehen. Ein Haupthinderniß für ein kräftigeres Vorwärtsschreiten der MisstonSwirksamkeit ist überdem, neben der Bigoterie der Chachams, die äußerste Unwissenheit und der ungemein große Aberglaube der jüdischen Frauen. Anderwärts würde man es kaum glauben, daß eine Frau von ihrem Manne sich sollte scheiden lassen wollen, weil derselbe so gottlos gewesen sei, den Abfall von ihren Fingernägeln nicht vergraben zu haben, und daß der Chacham nicht allein ihrem Verlangen willfahrtete, sondern ihren Mann auch noch für einige Tage wegen seiner Irreligiosität ins Gefängniß steckte. Die unwissenden und oft auch ungläubigen Frauen hindern ihre Männer, der Wahrheit weiter nachzuforschen und wirken einem gesegneten Einflüsse der Missionsschule entgegen. So lauten die Mittheilungen aus der europäischen Türkei. Die Gesellschaft hat sodann auch ihre Stationen in den asiatisch-türkischen Besitzungen und zwar in Smyrna, Jerusalem und Damaskus. Smyrna hat wieder einmal eine Judenverfolgung erlebt. Dieselbe wurde von den Griechen erweckt, die eins ihrer Kinder ertränkt fanden und nun die Juden des Mordes beschuldigten, die alte Anklage erneuernd, daß die Juden zu ihrem Passah Blut nöthig gehabt und eben deßhalb, nachdem sie das Blut des Kindes abgezapst, den Leichnam desselben in die See geworfen hätten. Einige Juden wurden ermordet, Andere verstümmelt und gelähmt und sehr Viele auf offener Straße geschlagen und mißhandelt. Auch wurde versucht, ihr Viertel in Brand zu stecken, und einige Brände fanden wirklich in verschiedenen Stadttheilen statt. Eines Morgens herrschte