Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 29 (1873)
- Issue
- 11-12 (1873)
- Date
- 1873-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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180 Juden ertappt. Jetzt lagen beide über demselben und sprachen über dasselbe an dem Ufer der Donau, wohin sie sich entfernt hatten. Ihr vertraulicher Verkehr untereinander zog einen dritten jungen Juden herbei und derselbe forschte nach der Ursache dieses Verkehres. Nach einer Zeit längerer Besorgniß weihte man ihn in das Geheimniß ein und so wurde derselbe mit den Anderen in demselben Forschen und Fragen eins. Gemeinsam besuchten sie nun auch die Versammlung eines kleinen Kreises gläubiger Israeliten, wurden aber von den anderen Juden bewacht und entdeckt und erfuhren dann, was die Juden unter Gewissensfreiheit verstehen. Zwei derselben, österreichische Unterthanen, wurden verklagt, vor der Militäraushebung geflohen zu sein, arretirt, gefesselt und zu Fuß wandernd als Verbrecher bis an die Grenze geschafft; dort aber sprachen sie offen ihren Entschluß aus,-unerschütterlich darin sortfahreN zu wollen, der Wahrheit nachzujagen. Der jüngst Genannte ist rumänischer Unterthan, gegen ihn hat man andere Anklagen versucht. Noch ist die Gefahr von ihm nicht abgewandt. Constantinopel ist alsdann ein wichtiger Missionsposten. Das talmudische Judenthum steht dort noch in voller Macht. Im Februar zeigte sich ein Nordlicht; zwei Tage darauf wurden 5 Mädchen aus der Missionsschule genommen, weil der Chacham erklärt hatte, der rothe Himmel kündige großes Unglück und ein schreckliches Sterben unter den Juden an, zur Strafe dafür, daß sie ihre Kinder in die Schule der Protestanten schickten und mit ihnen verkehrten. Zu derselben Zeit wurde in dem jüdischen Viertel zu Balat ein Kind mit einigen sonderbaren Malzeichen an der Stirn geboren; ein Chacham erklärte, das sei eine geheimnißvolle Schrift, welche den Juden das Gericht ankündige und ermahnte sie Buße zu thun und alle Gemeinschaft mit den Christen abzubrechen. Darauf hatte ein Zadik oder ein frommer Büßer einen Traum: er wäre ausgegangen, um 10 Juden zu finden, mit denen er die öffentlichen Gebete verrichten könnte, da er aber rückwärts geblickt, habe er das heilige Gebäude in Flammen gesehn. Durch dieses Gesicht sehr beunruhigt ging er eilig zum Chacham, um eine Deutung des Traumes zu finden und wurde belehrt, daß die Synagoge in