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Dibre Emeth · 1873-01-01 · 11-12 (1873) · page 19

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
29 (1873)
Issue
11-12 (1873)
Date
1873-01-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
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179 angehören, welche von den am Frühesten in Rom Angesiedelten abstammen; 2) die Castilische und Catalonische, die von spanischen Emigranten zur Zeit Ferdinands und Jsabellas gegründet wurde; 3) die Sicilische, von Juden gestiftet, welche durch die Spanier aus Süd-Italien vertrieben wurden und 4) die Neue Synagoge, die den aus Nord-Europa in Rom angesiedelten Juden anzugehören scheint. Unter den Gebräuchen dieser verschiedenen Synagogen finden nur geringe Verschiedenheiten statt. In Rumänien findet man zwischen 250,000 und 300,000 Juden. Die Missionsarbeit unter denselben ist unter der Leitung des thätigen Pr. Kleinhenn eine sehr lebhafte. Der Erfolg ist ein Wechselnder, doch fehlt es nicht an freundlichen Erfahrungen. So kaufte vor einigen Jahren ein jüdischer Lehrer von den Missionaren, welche in der Moldau evangelisirend hin- und Herzogen, ein Neues Testament. Eines Tages las er in demselben sehr eifrig, als einer seiner rabbinisch geschultesten Zöglinge eintrat und ihn bei dieser Beschäftigung traf. Das Buch wurde schnell bei Seite gelegt, doch hatte der forschende Blick des jungen Mannes dasselbe bereits entdeckt. Denn das eigenthümliche Format und der Einband des Buches waren ihm ausgefallen. Er quälte den Lehrer, ihn doch sehen zu lassen, was das für ein Buch wäre, aber umsonst, bis er ihm zuletzt das feierliche Versprechen gab, er werde ihn nicht verrathen. Darauf legte der Lehrer das Buch in seine Hände und fügte ernst die Worte hinzu: „glaub' mir, es ist das Buch, welches dir noth thut." Kaum hatte der Andere jedoch das Titelblatt gelesen, so erwachte sein Zorn und er schleuderte es in eine Ecke des Zimmers. Der Lehrer sprach sich über eine solche Behandlung dieses Buches betrübt aus; der junge Mann aber erzählte im letzten Sommer einem der Missionare, daß es nicht die Worte, sondern der betrübte Blick gewesen, der ihm hernach zu Herzen gegangen wäre. Der Lehrer verließ die Stadt und nahm sein N. Testament mit sich, sein Schüler aber fand keine Ruh'. Er ging von Haufe hinweg, das Buch zu suchen, fand es in der Bukowina, begann nun seinerseits den Inhalt desselben zu verschlingen und ward endlich beim heimlichen Lesen über dem N. Testamente von einem anderen jungen 12*

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