Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 29 (1873)
- Issue
- 11-12 (1873)
- Date
- 1873-01-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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177 genug, um in ihm den Wunsch, mehr zu erfahren, zu erregen, durste ein längerer Zeitraum für ihn dahingehen. DaS Verlangen wurde immer weiter genährt, aber keine Anstrengungen gemacht, um fein Verlangen zu befriedigen, bis er seinen Weg nach Danzig fand, wo er noch wohnt. Er kam dorthin, als die Missionare gerade auf der Missions-Conferenz in Berlin waren, und ein städtischer Geistlicher sorgte während ihrer Abwesenheit freundlich für ihn. Von Anfang an hat sein Wandel in Uebereinstimmung mit seinem Bekenntniß gestanden und er hat eine Festigkeit des Entschlusses an den Tag gelegt, die nichts erschüttern konnte. Es spricht sehr für seinen Fleiß und für sein ganzes Betragen, daß der Kaustnann, bei dem er eingetreten war, in Anerkennung seiner Dienste aus fteien Stücken den wöchentlichen Lohn, der in dem Contrakte für ihn ausbedungen war, erhöht hat. Vielen Anderen aus seinem Volke darin unähnlich, steht er es nicht so an, als ob sein religiöser Unterricht mit der Taufe geendigt habe, sondern hat ihn seitdem fortgesetzt. Er scheint eine Vorliebe für die Brüdergemeinde (Herrnhuter) zu haben. Bisher hat er sich der Achtung und Anerkennung Aller, die ihn kennen gelernt haben, zu erfreuen. Missionar Flad in Mannheim, stüher unter den Juden Abessyniens thätig, hat einstweilen seine Station in Mannheim. Ein jüdischer Fabrikbesitzer seiner Bekanntschaft hatte mit ihm häufige religiöse Gespräche. Unter denselben legte dieser jüdische Mann stets eine besondere Ehrfurcht vor Christo an den Tag. Besonders eigenthümlich berührte es den Missionar, als sein Bekannter jüngst immer die Bezeichnungen „Erlöser," Fünfer Erlöser" für Christum brauchte. Seine Kinder, so stellte es sich heraus, waren für die ganze Stellung des Mannes zu Christo nicht ohne Einfluß geblieben; er schickt dieselben nämlich in die christliche Schule und läßt sie in der jüdischen Religion nicht unterrichten. „Einmal auf einem Spaziergange," erzählte er dem Pr. Flad, „frug mich mein Sohn: „Vater, könnte ich nicht etwas Anderes als ein Mensch sein?" „Warum denn, mein Sohn?" „Nun, alle Menschen sterben und ich möchte nicht gern sterben. Könnte ich nicht wie der Erlöser Jesus sein?'" „Warum denn, mein Sohn?" „Weil ich hörte, daß Er lebet und 12