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Dibre Emeth · 1873-01-01 · 11-12 (1873) · page 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
29 (1873)
Issue
11-12 (1873)
Date
1873-01-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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175 Todesschweiß von seinem Gesicht und seiner Stirn und benetzte seine trockenen Lippen mit kühlendem aromatischen Waffer. Zuletzt tra* der feierliche Augenblick des Verscheidens ihres Gatten ein. Er faltete seine Hände wie zum Gebet, öffnete seine Augen, blickte gen Himmel und rief: „Herr Jesu Christ, ich befehle meine Seele in deine Hände — mein Gott, mein Heiland!" Unter diesen Worten eilte seine Seele zum Himmel, zu Christo, seinem Erlöser. Sein Weib war, als sie solche Worte hörte, tief erschrocken und vom Kummer übermannt; da kam ihr plötzlich die geheimnißvolle letzte Bitte ihres Mannes in den Sinn. Sie faßte sich, nahm die Kleider von seiner Brust und fand, dicht an seinem Herzen liegend, 'ein kleines Neues Testament. Jede Seite zeigte die deutlichsten Beweise, daß es gelesen war. Sie nahm dieses heilige Vermächtniß und las darin; die Worte desselben drangen auch in ihr Herz; sie bat einen Prediger um Unterweisung über den Weg der Seligkeit und ward zuletzt mit ihren 4 Kindern getauft. Und wie ein jeder Jude, der sich aufrichtig zum Christenthum bekehrt, in die Mauern der Synagoge ein Loch reißt, welches das Licht des Evangeliums eindringen läßt und hierdurch dann auch Andere den Weg zu der Kirche ihres Erlösers finden, dafür bringt uns Pr. Pauli einen andern Beweis. „Ich kenne einen christlichen Juden," schreibt er, „der vor fast 50 Jahren getauft ward und von seiner ganzen Familie ausgestoßen wurde. Vor einigen Monaten nun begann zwischen ihm und seinen noch lebenden Verwandten ein lebhafter Briefwechsel. Sie schrieben an ihn sehr liebe Briefe und sprachen in denselben das Verlangen aus, mit ihm sich über das Thema: „Jesus, der wahre Messias," zu bereden. Der jüdische Christ aber, dem dies geschah, ist Pauli selbst." Wer nur warten und Glauben halten kann! Gehn wir jetzt zu Deutschland über. Die Stationen der Londoner Mission Hierselbst sind: Königsberg, Danzig, Hamburg Berlin, Leipzig, Posen, Breslau, Mannheim, Frankfurt a.M., Carlsruhe und Straßburg, 11an der Zahl. Da hören wir aus Danzig den Pr. Klee erzählen: „In einer von vielen Juden bewohnten Stadt gab ich vor zwei Jahren dem

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