Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 29 (1873)
- Issue
- 11-12 (1873)
- Date
- 1873-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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173 und geduldiges Ausharren zu überwinden und für die Botschaft des Evangeliums Gehör zu gewinnen. Pr. Wolkenberg weiß viele ansprechende Beispiele zu erzählen, wie so Manche, die zuerst heftig aufbrausten, allmählich der überzeugenden Gewalt der reinen und einfachen Predigt des Evangeliums nachgaben. Das erste Zeichen der besseren Würdigung unserer Sache äußert sich gewöhnlich in der Annahme eines Traktats, dann tritt eine Willigkeit zur eingehenderen Unterhaltung ein, und dieser wieder folgt in manchen Fällen die Einladung zu erneutem Besuch. So sind Hunderte, wenn nicht Tausende von Juden, und die Meisten derselben wahrscheinlich zum ersten Male, im Laufe des Jahres veranlaßt worden, mehr oder weniger ernst die Ansprüche des Evangeliums zu prüfen; Vorurtheile sind gemildert worden, manche Schwierigkeiten überwunden, und so der Weg vorbereitet, um die seligmachende Botschaft des Evangeliums aufnehmen zu können. In manchen Theilen Londons, die mehr oder weniger dicht von Juden bewohnt sind, giebt es kaum einen jüdischen Laden und nicht viele Privathäuser, die nicht besucht worden wären, einige derselben sogar nach und nach zu wiederholten Malen. Der Same des Evangeliums ist durch die Wirksamkeit der Mission weithin ausgestreut worden, der größere aber, und nach dem Maßstabe der Welt auch wichtigere Theil der Ernte still und ohne sich aufzudrängen durch die gewöhnlichen Geistlichen in verschiedenen Theilen des Landes eingebracht worden, wo die Gefühle der Uebertretenden sich nicht durch jenes unnöthige den Augen der Welt Auögesetztwerden beleidigt sehn, das wahrscheinlich ihrer Taufe im Palestine Place folgen würde. Unter den Juden und Jüdinnen Londons wirkt auch eine Missionarin und zwar fortdauernd in der einmal begonnenen schweren, aber interessanten Arbeit. Sie sammelt oft in Zimmern, die inmitten des jüdischen Viertels liegen, von Zeit zu Zeit auch in ihrer eigenen Wohnung, geduldige und willige Hörer. Ihr Werk ist kein vergebliches, sondern sie darf es bezeugen, daß ihr Wort oft nicht leer zurückgekommen ist. — In den sogenannten Lumpenschulen endlich, den Sonntagsschulen, Bibelstunden, Vereinen zur Unterstützung armer