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Dibre Emeth · 1873-01-01 · 11-12 (1873) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
29 (1873)
Issue
11-12 (1873)
Date
1873-01-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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173 nöthigt, daß man in diesen Versammlungen die heilige Gegenwart Gottes fühlen müsse. Die Heimath für wandernde Juden, welche einst Dr. Ewald gegründet hat und jetzt Pr. .Stern weiter leitet, bietet Jedem, der sich ihrer Wohlthat würdig zeigt, einen angemessenen Zufluchtsort. Bisher konnte man nur wenige aufnehmen; die neuen Räumlichkeiten aber auf dem Palästina-Platz, welche das Comitä für dieses Unternehmen gegen einen ermäßigten Miethspreis überlassen hat, werden auch gesteigerten Ansprüchen zu genügen vermögen. Während so Leuten, welche oft um Christi willen Alles opfern, ein zeitweiser Zufluchtsort geboten wird, hat man es an manchen Stellen tadelnd ausgesprochen, daß wir auf diese Weise Anlaß zur Heuchelei und zum Betrüge geben. Aber selbst ungläubige Juden, die noch nicht durch Vorurtheile verleitet find, widersprechen dieser falschen Beschuldigung. Freilich wird die Mission deswegen noch nicht mit günstigen Blicken angesehen. Die bloße Existenz einer Gesellschaft, die sich zu dem Zwecke, die Juden zu bekehren, gebildet hat, verletzt und erfüllt sie gegen den Missionar mit Abneigung. „Sind Sie gekommen, uns zu bekehren?" lautet oft die erste Frage an denselben und zwar in einem Tone, der eine Mischung von Verachtung und Aerger verräth; und die jüdische Presse hat ihr Aeußerstes gethan, das feindselige Gefühl in ihren Herzen rege zu erhalten. Sie ist nie müde geworden, das Judenthum auf Kosten des Christenthums zu erheben, und schreibt falscher Weise seinem Einflüsse die zeitlichen Vortheile zu, welche die Juden in England doch unzweifelhaft vielmehr indirekt dem Evangelio zu verdanken haben; und ganz offen sind gerade auf die Religion Angriffe gemacht worden, deren Toleranz sie die Straflosigkeit zuzuschreiben haben, unter welcher sie dieselbe beleidigen dürfen. All' dies hat den Verkehr mit den Juden äußerst schwierig, oft sogar gefährlich gemacht. Die Missionare sind vieler üblen Behandlung und persönlichen Gewaltthätigkeiten begegnet, sie waren aber auch gegen die heftigsten durch das Bewußtsein gestählt, daß sie um Christi willen ihre Schmach und Schande zu tragen hatten. Durch seine Gnade wurden sie aber in den Stand gesetzt, in zahlreichen Fällen unvernünftigen Widerspruch durch sanftmüthigen Geist

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