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Dibre Emeth · 1873-01-01 · 11-12 (1873) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
29 (1873)
Issue
11-12 (1873)
Date
1873-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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164 Einfluß des heiligen Geistes durchdrang mein Herz, und ich wurde mir seiner Umwandlung bewußt. Jetzt handelte es sich für mich nicht mehr darum, ein jüdischer Prediger zu werden. Als ich so weit über meine inneren Kämpfe Herr geworden war, begannen die äußeren. Es lag mir sehr daran, meinen Vater mit-^er Veränderung in meinen religiösen Anschauungen bekannt zu machen, und ich benützte einen Besuch desselben, um ihn nach seiner Meinung über Jesaia 53 und andere messtanische Stellen zu fragen, die er mir ganz ungenügend erklärte, indem er versicherte, sie gingen auf Israel. Sein Kummer und Bestürzung waren unbeschreiblich, als ich ihm sagte, ich glaubte, sie alle deuteten auf Jesum Christum. Mit Thränen in den Augen drang er in mich, ihm solches nicht zu sagen und ßägte hinzu, daß nur ein frommer Jude ein Kind Gottes sein könne. Als er sah, daß seine Vorstellungen meinen christlichen Glauben nicht erschüttern konnten, erklärte er, ich müsse in meinem Geiste verwirrt sein, und versicherte, daß, wenn ich jemals Christum öffentlich bekennen sollte, er mich dann als einen Todten beklagen müßte. Ich gab meine Anstellung auf und kehrte nach London zurück. Höchst schmerzlich ist es für mich, an alle die Pein, die ich in jener Zeit erduldete, zurückzudenken. Mein Vater wünschte, daß ich zu ihm käme und bei ihm wohnte, um mich alles christlichen Umganges zu berauben. Der weise Ordner aller Geschicke aber trat in Gnaden dazwischen. Ich würde veranlaßt, eine andere Anstellung als hebräischer Lehrer in einer jüdischen Pensionsschule zu Kew anzunehmen. Da ich aber im Geheimen an den göttlichen Erlöser glaubte, so nahm ich eine ganz unhaltbare Stellung ein. Ach, wie unglücklich fühlte ich mich! wie verlangte ich darnach, das unerträgliche Joch abzuwerfen! War es denn möglich, den vorwärts treibenden Einfluß des heiligen Geistes zurückzudrängen? Sollte die Kindesliebe oder sonst eine weltliche Rücksicht zwischen den Menschen und seinen Gott treten? „Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist mein nicht werth" und „ein Jeglicher, der Häuser oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Weib oder Kinder oder Aecker verläßt um meinetwillen, der soll es

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