Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 29 (1873)
- Issue
- 9-10 (1873)
- Date
- 1873-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2554541-2554805-2554811--06045-2562020- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
155 am X. p. Trin.). Es stellt sich also hier ein neuer Mangel neben den-vielen vorhandenen heraus. Die Juden-Missionare find an ihrem Theile Arbeiter, welche diesem Mangel ein wenig Abhilfe leisten sollen; sie können es natürlich nur nach ihrem Maaße. Das Maaß der Arbeit der Kirche an den Heiden ist schon kein zureichendes, das Maaß der Arbeit an den Juden noch weniger. Aber die Judenmissionare haben doch auch wieder den Vortheil, daß sie dies in weiteren Kreisen zum Bewußtsein bringen und dann thätigen Eifer für die Sache oft in höherem Maaße erwecken können, als die Heiden-Missionare; denn das Wohnen der Juden unter den Christen giebt leichtere Gelegenheit zur Mitarbeit für Jedermann. Das absprechende Urtheil: „Die Wandermisston kann nicht persönliche Ueberzeugung wirken," ist nur da möglich, wo man die Misstonsarbeit nicht kennt. Schon die mehreren Tausende, welche die Juden-Missionare ganz direkt der Kirche zugeführt haben, sollten vorsichtiger im Urtheil machen; und doch sind diese nicht die einzigen Resultate, sondern eine noch viel größere Zahl von Juden sind in Folge früherer durch die Missionare empfangener Eindrücke oder durch die Bemühungen solcher Christen, welche durch Missionare zur Mitarbeit angeregt worden waren, Christen geworden. A. Eine so erreichte Einführung auch nur in die äußere christliche Gemeinschaft ist als Ermöglichung und Vorbereitung tieferen und bewußteren Glaubens schon werthvoll. B. Dagegen. Es bleibt einmal die Gefahr äußeren, ja heuchlerischen Wesens. Dann aber stehn die Juden im christlichen Deutschland ohnehin der christlichen Sphäre ebenso nahe, wie viele Namenchristen. Aufrichtiges Suchen kann und wird sie von selbst hineinführen. Anders als vor 100 Jahren, besonders seit Moses Mendelssohn, stehn die Juden jetzt bei uns im nationalem Leben mit seinem im Grunde christlichen Charakter. In Sittlichkeit und Intelligenz sind sie den parallelen christlichen Bevölkemngsschichten mindestens ebenbürtig. 6. Der Schutz des A. ist wieder ein solcher, daß man an das Wort der Bewahrung vor seinen Freunden denkt. Wir erbitten uns auch' hier vielmehr dasselbe Maaß für unser Werk an den