Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 29 (1873)
- Issue
- 9-10 (1873)
- Date
- 1873-01-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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154 5. Mose 32, 21, Jesaia 65, 1, behandeln diesen Gegenstand. Und was die Völkerkirche als Ganzes dem abtrünnigen Israel gegenüber thun soll, das will er, der Apostel der Völkerkirche, im Besonderen thun, die Juden (sein Fleisch) durch sein Völkerapostelamt reizen (Röm. 11, 13. 14), an ihnen aber direkt auch das Judenmisstonsamt üben. Oder ist „predigen" und „bezeugen" den Juden gegenüber nur «in theoretisches Ding, wie B. sagt? Was thun wir denn den Heiden und Christen aus den Völkern gegenüber? Das Wort A. und N. T. ist aber kein anderes in seiner Macht bei den Juden als bei allen übrigen, sondern die Kraft, selig zu machen, für sie Alle. Gewiß soll daS Evangelium recht die Persönlichkeit ins Auge fassend gelehrt und gepredigt werden, aber das gilt wiederum für Alle; der Deutsche, der Franzose, der Jude wollen als Angehörige desselben einen Menschengeschlechts und dann doch wieder als besondere Repräsentanten desselben behandelt werden. Paulus hat da die Regel: Den Juden ein Jude, den Griechen ein Grieche werden. Ob die heutige Judenmission, von B. Wandermission genannt, den Juden ein Jude wird, das wird also nicht nach einem „kann," sondern nach einem „thut sie es" erledigt werden müssen. Wenn man will, wandert sie, wie Paulus es that, der so viele Juden in Beroea u. s. w. bekehrt hat, wandert aber nicht anders, als es Paulus in dem Amte eines Heiden-Missionars that, und als es die Heiden-Misstonare noch thun. Die sogenannnte Wandermission hat die christliche Völker-Kirche gegründet; sie hat in der That ihre Stelle; aber freilich soll der Eine pflanzen, der Andere begießen. Paulus tauft nicht, sondern wandert und predigt. Die Ausstellung des B. kann daher nur den Sinn haben: 1) es muß dafür gesorgt werden, daß die Juden das Evangelium überhaupt erreicht, und 2) wenn dasselbe sie erreicht hat, dann kein Stillstand eintrete, sondern das Angefangene fortgesetzt werde. Zu Nr. 2) sollten besonders die angestellten Pastoren, in deren Gemeinden die Getauften eintreten, resp. Diakone in den Gemeinden bereit sein; aber freilich hat die Kirche nur erst Anfänge irgend welcher allgemeinen Arbeit an den Juden aufzuweisen (Kirchengebet, Kollekte und Predigt