Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 29 (1873)
- Issue
- 9-10 (1873)
- Date
- 1873-01-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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150 Rechten Gottes setzen will und der mit ihnen von der bevorstehenden Auftichtung des Reiches Gottes in den 40 Tagen nach der Auferstehung geredet hat (Apost.-Gesch. 1, 3), in den Tagen der Ausgießung des heiligen Geistes nun also das Reich dem Volke Israel wieder aufrichten werde (Apost.-Gesch.. 1, 6)? Beides schien ihnen also jedenfalls zusammenzufallen. Und eine Thorheit müssen sie doch nicht gesagt haben, wenn der Herr ihnen erklärt: Eö gebührt euch nicht, zu wissen Zeit oder Stunde, welche der Vater seiner eigenen Macht Vorbehalten hat (Apost.-Gesch. 1, 7). Da hört man also kein: „Eure ganze Frage ist falsch" oder: „Es giebt kein zukünftiges Reich Israel," sondern nur, daß die Frage: „Wirst du auf diese Zeit" ihnen nicht gestattet sei, weil hier ein Vorbehalt Gottes stattsände. Weiß doch auch der Sohn nicht, wann der Tag des Gerichtes geschehen wird (Marc. 13, 32), aber kommen wird derselbe gewiß. Hier wie dort hat der Vater es sich Vorbehalten, sein Geheimniß nicht zu verkündigen. Und hier wie dort ist es vielmehr die Pflicht der Seinigen, ihrerseits wartend und harrend und wachend und wirkend ihr Werk zu treiben (Marc. 13, 33 — 47, Apost.-Gesch. 1, 8 f.) und so an ihrem Theile das Reich Gottes zu bauen. Es ist jetzt die Zeit der Arbeit der Jünger Christi in seinem Reiche, das Fernere sollen sie ruhig abwarten. Gerade dieser Mahnung hat auch die Judenmisffon zu gedenken. Kommt ihr der Gedanke an das Reich Israel in das Herz (Ap.-Gesch. 1, 6), so sagt ihr der Herr, immerhin dieses Bild als letztes vor ihren Augen lassend, daß sie „sein Zeuge sein solle in Jerusalem und ganz Judäa" (V. 8). Hintergrund und Vordergrund der Judenmission sind da deutlich genug bezeichnet. Der Hintergrund soll durchaus nicht Vordergrund werden, aber doch so bleiben, wie ihn der Herr selbst allerdings hingezeichnet hat. Im Uebrigen bekennen wir Juden - Missionare mit den bedeutendsten Auslegern aller Zeiten, daß wir nur Stimmen sind, die vorher rufen: „bereitet dem Herrn den Weg," die That aber, welche „Ganz Israel" rettet, nicht durch uns, sondern durch das persönliche Eintreten Christi selbst geschieht. „Die Zeiten der Völker" und „jene That des Herrn selbst" bewahren uns vor