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Dibre Emeth · 1873-01-01 · 9-10 (1873) · page 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
29 (1873)
Issue
9-10 (1873)
Date
1873-01-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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146 als die Zeit der Verstockung für Israel ansteht (Röm. 11, 25). Denn indem er selbst als Heidenapostel berufen ist,.der eben die Heiden einführen soll, damit das den Juden genommene Reich diesen übertragen werde (Matth. 21. 43), erkennt er darin den Vollzug eines Gerichtes über das Volk als Volk. Er weiß dabei aber, daß er sich selber nicht widerspricht, wenn er einmal, wir wollen sagen, dogmatisch festsetzt, wie zwischen Juden und Griechen in Ansehung desselben Heils kein Unterschied, oder wie das Evangelium für beide die gleiche seligmachende Kraft sei, und wenn er andererseits dieser Erkenntniß gemäß handelnd es sich nun besonders angelegen sein läßt, durch sein Heidenapostelamt (Röm. 11, 13) sein Fleisch zu reizen und ihrer Etliche selig zu machen (11, 14). Dem Apostel ist dies Alles kein Widerspruch, weil er Israel als Ganzes und die einzelnen Israeliten unterscheidet. Eine religiöse Volksausgabe hat ihm das Israel seiner Tage nicht; die religiöse Volksausgabe fällt eben in dieser Aera „den Völkern" zu, sie haben nunmehr die geschichtliche Gestalt „der christlichen Völker" oder der Völker, denen das Reich Gottes vertraut ist, zur Erscheinung zu bringen. Die andere Frage aber, ob damit Alles für das Volk Israel ein Ende habe, verneint er sogleich im Anfänge des 11. Kap. Röm. Für seine Tage hält er die Missionsarbeit an Israel als Aufgabe fest, und zwar soll nach Paulus dieselbe so geschehn, daß die Arbeit des Evangeliums von der heidenchristlichen Gemeinde her an die Juden trete. Denn die Herrlichkeit seines Amtes und der heidenchristlichen Kirche wird gerade dadurch, so sagt er uns, recht offenbar, wenn es ihm und derselben gelingt, die Juden „zu reizen," d. h. einen Eindruck auf dieselben hervorzubringen, der dieselben bewegt, der Kirche Christi sich anzuschließen (Röm. 11, 13, 14). Gewiß, wenn Glieder des alten Gottesvolkes von der Kirche, welche jetzt das Gepräge „der Völker" trägt, sich bestimmen lassen, den Eintritt in diese Religionsgemeinschaft der früheren Heiden zu begehren, dann ist diese Thatsache ein besonderer Beweis für die göttliche Macht der Kirche. Judenmission betreibt also Paulus, um für die Kirche, die sich gegenwärtig aus den Völkern erbaut, den Beweis zu führen, daß sie wirklich die Macht der Wahrheit und die Kraft,

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