Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 29 (1873)
- Issue
- 9-10 (1873)
- Date
- 1873-01-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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145 „Darnach werden sich die Kinder Israel bekehren und den Herrn, ihren Gott, und ihren König David suchen;" „welcher ist Jesus Christus, hochgelobt in Ewigkeit." Gegen und Für die Judenmission. Ein Freund schrieb uns jüngst, wie wohl die verschiedenen Ansichten der positiven Christen über die Judenmisston zu vereinigen wären. Er selbst stellte uns 2 Ansichten auf, A. für dieselbe, B. gegen dieselbe; wir versuchen beiden unter 0. die unsere entgegen zu stellen. Welches sind die Ziele der Judenmisston? A. Herbeiführung oder doch Vorbereitung der Heilszeit (hellvoll auch für uns), wo das christianisirte Volk Israel die ihm als Ganzem noch bevorstehende Reichserneuerung erlangen soll. B. Aber die Erwartung einer solchen äußern Erneuerung deS bekehrten israelitischen Volkes in seiner äußeren Gesammtheit beruht auf falscher Exegese und ist hinfällig. 6. Die Frage um die Judenmission beginnt nicht mll dem, was etwa an ihrem letzten Ende, sondern mit dem, was an ihrem Anfänge geschehen soll. A. vertritt die Sache schlecht. Der Apostel der Heidenmission, eben jener Apostel Paulus, welcher genau weiß, daß er die Aera der „Zeiten der Völker," von denen der Herr Lucas 21, 24 spricht, einleitet, treibt trotzdem Judenmission. Um diese sowohl, als um Israels Ziel zu verstehn, lese man bei dem Heidenapostel nach, besonders das 11. Kapitel an die Römer. Der Apostel nennt sein Amt unter den Völkern sein eigentliches Amt, aber er richtet daffelbe in solcher Weise aus, daß er es dabei nie vergißt, wie das Evangelium eine Kraft Gottes ist, selig zu machen Alle, die da glauben, die Juden vornehmlich und auch die Griechen (Röm. 1, 16). Er ist sich selbst ein Beweis (Röm. 11, 1), daß Gott das jüdische Volk nicht verstoßen hat. Und es giebt für ihn keinen Unterschied unter Juden und Griechen, es ist Aller zumal ein Herr (Röm. 10, 12). Das schreibt er in jener Zeit, die er schon 10