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Dibre Emeth · 1873-01-01 · 7-8 (1873) · page 19

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
29 (1873)
Issue
7-8 (1873)
Date
1873-01-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
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115 wölben schlafen, verfolgte mich überall in meiner behaglichen Wohnung und bei jedem Genuß." Mit Freuden nahm Miß M. bei einzelnen Gelegenheiten wahr, wie sich die Augen dieser Knaben mit Thränen füllten, wenn sie zum ersten Mal den Schall des Evangeliums vernahmen; aber wie konnten sie den Eindruck festhalten, wenn sie zurückkehren mußten in ihre bittere Armuth, in Verführung und Laster! — Doch nur in einzelnen Fällen konnte sie ihnen Hülfe bringen. Der erste Erfolg dieser Art jedoch gab den Anstoß zu der großartigen Entwickelung ihrer Liebesarbeit, welche sich bald über zwei Welttheile erstrecken sollte. Das ging so zu. A. B. so nennen wir den Knaben, hatte seine Mutter ftüh verloren, sein Vater war ein Trunkenbold, der den Knaben seine Wege gehen ließ. Bei dem ersten Thee, welchen Miß M. den Knaben gab, erschien dieser in dem trostlosesten Zustande. Er war nur dürftig mit schmutzigen Lumpen bekleidet, seine wunden Füße mit Lumpen verbunden, sein Blick tief traurig. Ein Gewölbe, ein Karren, oder irgend ein dunkler Winkel waren im Sommer und Winter seine Herberge. Mr. Holland führte Miß M. diesen Knaben zu mit den Worten: „Für diesen muß etwas geschehen!" Zu derselben Zeit hatte Miß M. gerade von einem jungen christlichen Mann, der auf der Insel Majorka wohlhabend geworden war, das Anerbieten erhalten, ihr einen Theil seines monatlichen Gewinnes zu senden, damit einem armen Knaben in London geholfen werden möge. Nun wurde ihr gewiß, daß A. B. dieser Knabe sein sollte. Er wurde in ein Rettungshaus untergebracht und daselbst erzogen. Bald lernte er lesen, machte gute Fortschritte und erwarb sich nach einem halben Jahre den Preis im Schreiben. Wegen seines Josephgleichen rechtschaffenen und treuen Wesens wurde er ,,Joseph" genannt, und bald vertraute man ihm alle häuslichen Arbeiten an, ließ ihn alle Besorgungen für das Haus machen und setzte ihn zum Aufseher über die jüngeren Knaben. Eine liebe hochgestellte christliche Dame fühlte sich bewogen, diesen Knaben in ihr Haus aufzunehmen. Sie nahm sich mütterlich seiner an und erzog ihn zu ihrem Diener, und ihr Vertrauen ist nicht getäuscht worden. 8*

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