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Dibre Emeth · 1873-01-01 · 7-8 (1873) · page 20

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
29 (1873)
Issue
7-8 (1873)
Date
1873-01-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
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116 Von seinen Ersparnissen zahlt er nicht nur die Kosten seiner Erziehung zurück, sondem steuert auch noch bei, daß andere Knaben gleich ihm gerettet werden können. Er schreibt in einem dankerfüllten Briefe an seine Wohlthäterin: „Als ich neulich im Revival die Aufforderung zur Fürbitte fiir Ihr Werk las, mußte ich daran gedenken, wie ich vor 2 Jahren Ihre Barmherzigkeit erfuhr. Und nun bitte ich Sie in meinem Namen allen Knaben, die heute Abend um Sie versammelt find zu sagen, daß die Wege des Rechts und der Wahrheit unendlich viel besser find, als die Wege der Sünde und des Lasters. Ich habe sie beide kennen gelernt und kann aus Erfahrung versichern, daß der Weg der Sünde ein sehr schwerer ist. Ich bitte Gott, daß alle Knaben in Whitechapel ihre Herzen dem Sünderheilande darbringen möchten, damit er sie von allen ihren täglichen Sünden und Uebenretungen heilen und sie zu ehrbaren und brauchbaren Menschen umwandeln möge. So lang' ich lebe, werde ich mit tiefster Dankbarkeit Ihrer großen Güte gedenken, mit der Sie mich ausgenommen, als ich von Keinem geliebt wurde, und Niemand auf mich Acht hatte." Die Bitten um Aufnahme verlassener Kinder wurden mit jedem Tage zahlreicher. Arme jeder Art naheten sich Miß M. und erwarteten Hülfe von ihr. Je größer die Roth, je mehr wurden Miß M. und ihre Gehülfen in's Gebet getrieben. Die täglich zunehmende Arbeit verlangte ein Zusammenfassen aller Kräfte und eine einheitliche Leitung. Die geretteten Kinder waren in verschiedenen Häusern untergebracht, aber sie mußten alle unter gleichen sittlichen Einstuß gestellt und angeleitet werden, sich später im Leben selbst forthelfen zu können. Doch fehlte es noch immer an Raum und an den nöthigen Mitteln. Da half der Herr auf unerwartete Weise. Während der Cholera-Epidemie war ein großer Speicher im Ostende Londons als Cholera-Krankenhaus eingerichtet und benutzt worden. Als die Seuche vorüber war, wagte lange Niemand diesen Speicher zu betreten, geschweige zu bewohnen. Mr. Holland, dessen Rath und Hülfe zu den erfolgreichen Unternehmungen der Miß M. viel beigetragen, machte auf dies Gebäude aufmerksam. Die Freunde nahmen es in Augenschein.

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