Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 29 (1873)
- Issue
- 7-8 (1873)
- Date
- 1873-01-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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—üWWP— - > ■ ji. hl . ■■lu.jvi i* : — ' 113 zwungenem Verkehr mit einander. Eines Tages wagte ich durch einen dieser Buben ihn und seine Genossen zu einem Thee einzuladen, doch er antwortete ausweichend und machte sich aus dem Staube. Zu anderer Zeit wiederholte ich die Einladung. Da lief mir einer der Knaben nach und sagte, der Ort, an dem sie zusammenkommen sollten, wäre ihnen nicht recht. Ich ließ mir von ihnen Ort und Zeit, die nach ihrem Geschmack wären, sagen, und bald wurden wir miteinander einig. An dem festgesetzten Abend fühlte ich mein Herz schlagen und ich konnte mich des Zitterns nicht erwehren, als ich an eine der bekannten Diebs-Spelunken gelangte, wo ich alle Anzeichen eines sittenlosen Treibens wahrnahm. Hätte ich nicht als Beschützer einen Freund bei mir gehabt, der lange schon mit diesen Buben vertraut war und durch seine Handreichung und Aufmerksamkeit, die er ihnen erwies, sich ihre Liebe und Achtung erworben, ich wäre nimmer vorgedrungen. Es kostete mich auch nicht wenig Mühe und Bitten, mir einen Weg durch diese unheimlichen Gestalten zu bahnen. Aber der Ruf: „Die Dame! Die schottische Dame!" machte mir denn bald Platz, sie bildeten ein Spalier, und ich konnte hindurch. Aber kaum hatte ich den Ort der Bestimmung erreicht, so stürzte auch die Bande hinter mir her, kopfüber mit Schreien, Lärmen, Pfeifen, Schlagen und Stoßen, jeder um zuerst einen Platz zu bekommen. Doch mein Freund redete sie mit ruhiger aber gebietender Stimme an und sagte, er fordere Gehör. Wenn er „eins" zähle, so müßten sie stehen, wenn „zwei" solle jeder auf seinem Platze sitzen. Sofort wurde sein Gebot befolgt. Nach einem kurzen Tischgebet wurde Butterbrot vertheilt, verschwand aber in wenigen Minuten auf räthselhaste Weise; die Größeren nahmen den Kleineren das Brod unter den Händen fort. Viele arme, halb nackte Jungen fielen wie die wilden Thiere darüber her. Wir hatten auch für jeden ein gutes Stück Kuchen. Während ich meinen Korb an das untere Ende des Zimmers trug, wurde mir über die Hälfte entwendet und doch ist das Wie? mir bis auf diese Stunde ein Geheimniß geblieben. Meinen Gefährtinnen, welche mir halfen, ging es ebenso und wir mußten noch mehr herbeischaffen, damit jeder der 200 kleinen Vagabunden etwas bekam. 8 >