Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 29 (1873)
- Issue
- 7-8 (1873)
- Date
- 1873-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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109 geleistet, welche zwar in guter körperlicher Verfassung sind, aber keine Lust zur Arbeit'haben. In diesem Hause dagegen finden sie Gelegenheit Handwerke zu erlernen und eine ihren Fähigkeiten angemessene Arbeit zu treiben. Viele der schönen Olivenholzsachen in Jerusalem werden von den Insassen dieses vorzüglichen Instituts hergestellt. Das Institut für Jüdinnen. DaS Institut für Jüdinnen ist von einer anderen englischen Dame gegründet. Fräulein Hoffmann, eine deutsche Dame, steht einem Arbeitssaale vor, in welchem Kleiderverfmigung, Spitzenklöppelei und Stickerei betrieben werden, und Weißnähereien, soviel hergestellt werden können. Die Mädchen-Pensionsanstalt und die Tagesschule stehen unter der Leitung von Fräulein Dickson. Es war für uns sehr anziehend, jene kleinen Jüdinnen einige unserer bekannten Lieder singen zu hören. Die größte Zahl der Besucher in der Tagesschule belief sich in diesem Jahre auf 79, auf der Liste der Eingetragenen standen noch einige mehr. 10 Anstalts-Pensionäre sind vorhanden, Kinder ungetaufter Eltern. Die Fragen von Frl. Dickson zeigten die Sorgfalt, mit welcher sie im Alten und Neuen Testament unterrichtet waren. Die Knaben-Schule. Wir gingen dann in die Knaben-Schule, die unter der Leitung des Rev. Bailey steht, der sie 3 Stunden an jedem Morgen unterrichtet; der Nachmittagsunterricht mit 2 Stunden wird von einem deutschen Lehrer geleitet. Er und seine Frau haben fast 30 dieser Knaben in ihre Familie ausgenommen; alle diese Knaben find jüdischen Ursprungs. Außer den eben genannten giebt es noch 20 Proselyten und einen anderen Christen, die zu den Tageöschülern gehören. Die Knaben sangen wirllich entzückend, während Herr Bailey sie begleitete. Es ging Einem durch das Herz, hier in Jerusalem diese kleinen Juden singen zu hören: „Uns ist ein Kind geboren u. s. w." Ein Knabe ist jüngst in das Amerikanische Collegium in Beirut gebracht worden, und der Vorsteher schreibt über ihn in den anerkennendsten Worten. Selten sind die Juden