Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 29 (1873)
- Issue
- 7-8 (1873)
- Date
- 1873-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2554541-2554805-2554810--05997-2561971- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
108 der Zudrang so groß, das 35 eingerichtet werden. Die Kranken find fast durchaus Juden und Jüdinnen, obwohl in Fällen der Noch auch ein nicht jüdischer Patient zugelaffen wird. Ost kommen Juden auS sehr fernen Orten, um hier die Wohlthat einer Operation zu genießen. Wir sahn ein dunkles Zimmer, das ein Jude aus Egypten inne hatte, an dem jüngst eine Staaroperation mit Erfolg vollzogen worden war. Die Nahrung der Patienten wird von Dienern nach dem jüdischen Ceremonialgesetz zubereitet. Außerhalb des Hospitals ist das Werk der ärztlichen Behandlung ein sehr umfangreiches. Dreimal in der Woche werden hier ohne Kosten ärztlicher Rath und Medicin ertheilt. vr. Chaplin und seine Assistenten besuchen diejenigen Patienten in ihren Häusern, welche dieselben zu verlassen außer Stande sind. Eine Vorstellung von dem Umfange des Werkes kann man aus der Zahl der Nummern, die der letzte Jahresbericht angiebt, erhalten, nämlich: Auswärtige Patienten in der Anstalt gesehen 7477, von denen die Mehrzahl Frauen waren, während in einem Jahre fast 10,000 Besuche von Patienten in ihren Häusern geschehen sind; und alles das ist durch einen Arzt, seinen Gehilfen und 2 Beamte, die in der Anstalt für ärztliche Behandlung dienen, ausgeführt worden. Die reicheren Juden bezahlen jetzt für ihre Medicinen und in einigen Fällen für ihren Aufenthalt im Hospital; sonst wird das Werk fast ganz von der Englischen Gesellschaft erhalten. Das Jndustriehaus. Das Jndustriehaus wurde von einer englischen Dame gegründet und übt ein sehr wichtiges Werk. Eine große Zahl von Juden sthlt sich hierher gezogen, nicht allein wegen der eigenthümlichen Bedeutung der Stadt, sondern auch weil reiche Almosen in anderen Ländern unter den Juden gesammelt und jährlich nach Jerusalem abgesandt werden, um die Armen aus ihrem Stamme zu unterstützen. Natürlich begegnet man deshalb den schlimmsten Zügen eines unweisen Almosenvertheilens. Die Faulheit wird ermuthigt und eine hoffnungslose Armuth befördert. Von Seiten dieser Gesellschaft wird nie irgend eine Hilfe solchen