Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 29 (1873)
- Issue
- 7-8 (1873)
- Date
- 1873-01-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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110 irr Jerusalem bereit, ihre Kinder die Schule besuchen zu lassen, die ungetansten Kinder kommen aus den Nachbarorten und halten sich bei Herrn Bailey auf. Die Heimath für wahrheitsuchende Juden. Zuletzt die Heimath für wahrheitsuchende Juden. Dieses besondere Institut entstand in Folge der Noth, welche das Missions- Werk mit sich brachte. Es ist eine Schlafstätte, wo solchen Juden einige Beihilfe gewährt wird, welche die Wahrheit des Christenthums zum Gegenstand ihres Nachdenkens machen, deren Lebenswandel und Charakter aber zuvor beobachtet und erforscht werden wollen, ehe man sie zur Taufe zuläßt, oder die in ihren Herzen noch nicht völlig überzeugt sind. Ein hebräischer Katechist wohnt in dem Hause und unterrichtet, beräth und unterstützt die Insassen, die gewöhnlich in dem Jndustriehause arbeiten. Die Kosten werden zum Theil von den Insassen selbst bestritten. Sie bleiben hier 3 Monate oder auch weniger, je nach dem Ermessen ihrer Auffeher. In Folge der Erlaubniß der türkischen Regierung leben die Juden, obwohl schwer belastet und oft ausgeplündert, in einem hohen Grade nur unter ihren eigenen bürgerlichen und Ceremonial-Gesetzen. Infolge dessen bringt die Taufe für einen Juden in Jerusalem nicht allein die Exkommunikation mit sich, sondern auch die Scheidung von seiner Frau und seinen Kindern, und, wenn die Juden es erreichen können, auch den Verlust seines Eigenthums. Deswegen ist es zuträglich, denen ein zeitweiliges Unterkommen zu verschaffen, deren Gemüth sich dem Evangelium zuwendet, bis sie ordentlich unterrichtet werden können. Die Gesellschaft bemüht sich, die Juden zur Kenntniß und zum Studium des Alten und Neuen Testaments zu bringen, sie zu industrieller Beschäftigung anzuleiten, ihre leiblichen Leiden zu erleichtern und ihnen auf alle mögliche Weise die Liebe und Gnade Christi und seines Evangeliums fühlbar zu machen. Ein Eremplar der ganzen hebräischen Bibel und die ins Hebräische übersetzte englische Liturgie liegen neben dem Bett eines jeden Patienten, und er erhält dieselben, wenn er fortgeht. Auch giebt es dort Bibelleser, welche draußen in der Stadt ein schönes Werk