Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 29 (1873)
- Issue
- 7-8 (1873)
- Date
- 1873-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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101 legenheit zur Arbeit in diesem weiten Felde gefunden hatte. Nun folgten bald darnach Hoff und Wendt, und im Jahre 1824 ließ daS Comits Reichardt und Wermelskirch sich mit denselben vereinigen. So wurde den treuen Männern, welche sich in diesem Lande für das Judenmissionswerk erhoben hatten, von diesen und anderen deutschen Brüdern, welche die Ehre hatten, mit ihren Mtarbeitern im Werk des Herrn sich zu vereinigen, Hilfe geleistet. Doch noch ein anderer Umstand muß erwähnt werden, wenn wir an die Fügung der göttlichen Vorsehung denken, der es gefiel, unseren verstorbenen Freund in den Weinberg der Judenmiffion zu führen. Aus eigenem Antriebe hatte er sich während seiner Studienzeit im Berliner Seminar bewogen gefühlt. Englisch zu lernen. Dies brachte ihn von selbst dahin, den englischen Gottesdiensten in dem Hause des englischen Gesandten beizuwohnen. Sir G. H. Rose war damals der Vertreter Englands an dem Berliner Hofe. Dieser besondere Freund der Juden erwies unserer Sache dadurch einen sehr wesentlichen Dienst, daß er bei jeder sich ihm bietenden Gelegenheit von den Verheißungen Gottes für Israel redete, und den Anspruch, den es auf die Sympathie und Beachtung von Seiten der christlichen Kirche hätte, betonte. Seinem Beispiele folgten viele der Hochgestelltesten in Preußen. Der König Friedrich Wilhelm HL nahm an der Sache ein sehr lebhaftes Interesse. Es wurde die Berliner Gesellschaft für Israel, eine Schwester - Gesellschaft der unsrigen (der Londoner) gebildet, und dieselbe hat ihre ernsten Bemühungen bis zur Gegenwart fortgesetzt, beschützt und unterstützt auch von den beiden nächsten Herrschern Preußens, die dem Beispiele ihres erlauchten Vaters nachfolgten. Der Verkehr mit Sir G. H. Rose hatte einen günstigen Einfluß auf das Gemüth des jungen Missionscandidaten, indem er ihn dahin brachte, in speciellerer Weise an die Mission unter Israel zu denken. Bei seiner Ankunft an dem Orte seiner Bestimmung in Polen fand er bald reiche Gelegenheit zu fruchtbarer Arbeit. Der Bericht, welcher in dem Jewish Expositor vom Jahre 1825, S. 216—221 gegeben ist, kann als die nähere Beschreibung der Erstlingsfrüchte in seiner Missionsarbeit bettachtet werden. Früchte, die sich in dem