Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 29 (1873)
- Issue
- 7-8 (1873)
- Date
- 1873-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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100 mehren, und seine Geistes- und Gedächtnißkrast waren höherer Art. Während dieser seiner Schulzeit kam ein kleines, jüdisches Mädchen einige Zeit hindurch regelmäßig zu seinem Vater, um Rath von ihm zu erholen, und während ste darauf wartete, vorgelassen zu werden, erlangte er es von ihr, daß sie ihn während dieser Zeit im hebräischen Alphabet unterrichtete. Dies war der Anfang seiner Bekanntschaft mit der heiligen Sprache. Noch in seiner Jünglingszeit erwies sich ihm eine Unterhaltung mit einem ernsten Christen in geringer Lebensstellung als ein Segen, und er fühlte das Verlangen in sich, dem Missionswerk unter den Heiden sich zu widmen. Er wurde der Misstonsgesellschaft in Barmen empfohlen, die ihn austiahm und in das Misssonshaus des vortrefflichen Pastor Jänicke in Berlin sandte. Die ganze Reise vom Rhein nach Berlin wurde in verhältnißmäßig kurzer Zeit zu Fuß zurückgelegt. Dort war seine ernste, einfache Frömmigkeit und seine Ausdauer von großem Segen für seine Mitstudenten. Mehrere der ernstesten und der hingebendsten unter den Missionaren unserer Gesellschaft erfreuten sich der Wohlthat und des Vorzugs, einige Zeit unter der Leitung jenes theuren Knechtes Gottes, deS Pastor Jänicke, zu stehen. In einer Zeit, wo nur wenige unter den Geistlichen Preußens treue Arbeiter der Kirche waren, stand dieser ernste Mann kühn auf und predigte die Wahrheit und legte gegen den Unglauben Zeugniß ab, der in schrecklichem Maße in allen Theilen Deutschlands die Oberhand hatte. Der theure Mann hatte über keine Mittel zu gebieten, die ihn in den Stand gesetzt hätten, Missionare auszusenden, aber die Missionsgesellschaften in England, in Holland und anderwärts waren dankbar dafür, die Dienste derer benutzen zu dürfen, welche von dem ehrwürdigen Pastor in Berlin erzogen waren. Rev. Becker, so lange bekannt und viele Jahre hindurch als Missionssenior in Warschau geschätzt, war der Erste unter den in dem Berliner Missionsseminar Erzogenen, der als ein Zeuge der Gnade zu den Juden in Polen ging. Er kam im Jahre 1821 dahin, um sich mit Mc. Caul zu vereinigen, der trotz höchst widerwärtiger und schwieriger Umstände sehr ermuthigende Ge-