Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 29 (1873)
- Issue
- 7-8 (1873)
- Date
- 1873-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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102 Segen darstellten, welcher dem Unterrichte und der Taufe eines Mannes folgten, der als ein wahrer Israelit bezeichnet werden kann. Während der Jahre 1825 und 1826 machte er weite Reisen und wirkte fleißig im Verein mit den Brüdern Becker, Wermelskirch, Smith und Hendes, letzterer ein treuer Missionar, der unter der Leitung der oben genannten Berliner Gesellschaft arbeitete. In den Jahren 1827—1830 war er mit verschiedenen Missionsreisen in Holland und Baiern beschäftigt, besuchte aber auch Warschau bei zwei verschiedenen Gelegenheiten. Im Jahre 1831 war er neben dem nachmaligen Bischof Alexander damit .beschäftigt, den Juden in London und in den hauptsächlichsten Städten Englands das Evangelium zu verkündigen, die heilige Schrift und Traktate unter ihnen zu vertheilen, und ihre häufigen Besuche in seinem eigenen Hause zu empfangen. In dem Berichte der Gesellschaft von diesem Jahre lesen wir, daß Reichardt eö, für eine Zeitlang wenigstens, übernommen habe, in einem Institut Wohnung zu nehmen, das damals in der Bildung stand, und verlassenen Christen aus Israel Beschäftigung gewähren sollte; er an seinem Theile sollte den Insassen desselben geistliche Unterweisung ertheilen, da man hoffte, daß der Nutzen eines solchen Instituts durch einen derartigen Schritt eher vermehrt als vermindert werden würde. Von der Wichtigkeit eines solchen Instituts, das eine Heimath und einen Zufluchtsort für solche junge Proselyten bildet, die in s» häufigen Fällen aller Subsistenzmittel beraubt sind, weil sie von ihrer Familie, ihren Freunden und allen ftüheren Verbindungen abgeschnitten sind, während sie hier für ihr äußeres Leben und zu gleicher Zeit mit den Mitteln der Gnade in ihrer ganzen Fülle versorgt werden, kann man unmöglich in zu hohen Worten sprechen. Zwanzig Jahre führte dieser fleißige und treue Knecht seines Herrn dieses Werk unter ernster Achtsamkeit auf die geistigen Bedürfnisse und die zeitliche Nothdurft derer, welche ihm anvertraut wurden, aus. Wir können jetzt nicht in Einzelheiten eintreten, um zu zeigen, wie wirksam er in dieser Liebesarbeit von seiner treuen Lebensgefährtin unterstützt wurde, aber dürfen wohl die Worte Hiobs auf