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Dibre Emeth · 1873-01-01 · 7-8 (1873) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
29 (1873)
Issue
7-8 (1873)
Date
1873-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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99 unser verstorbener Freund war, Tag für Tag, Monat für Monat, Jahr für Jahr sein gewohntes Unternehmen zu wiederholen, und Seite für Seite, Blatt für Blatt zu prüfen, allen und jeglichen Defekt, der stch eingeschlichen haben möchte, zu bezeichnen, wird es fühlen, daß diese fortgesetzten Bemühungen unsere herzliche Achtung und Dankbarkeit verdienen. Allerdings ist eS ganz wahr, daß solche Arbeit, wie alles, was sonst für die Ehre GotteS gethan wird, seinen Lohn in sich selbst trägt. Diese nie nachlaffende Aufmerksamkeit auf die kleinsten Einzelheiten, welche mit dem heiligen Buche im Zusammenhänge stehen, verlieh ihm eine Kenntniß jedes Textes, die ihn in den Stand setzte, Schrift mit Schrift zu vergleichen, und zwar in einer Weise, die für sein eigenes Verständniß der göttlichen Wahrheit höchst fruchtbringend war, und äußerst dienlich zur Vorbereitung für die Belehrung Anderer in dem Wege des Heils. Er war ein lebendiges Lexikon und eine förmliche Concordanz der heiligen Schrift in solchem Maaße, wie es nur wenig andere sein mochten. Es würde leicht sein, Fälle anzuführen, in denen sowohl Missionare als Juden dem Schreiber dieser Zeilen ihre hohe Anerkennung für den Werth seiner Arbeiten ausgesprochen haben, aber ich brauche nur in allgemeinen Ausdrücken jenes Theiles seiner wichtigen Lebensarbeit in diesem Werke Erwähnung zu thun. Unser verstorbener Freund war in Ruhrort geboren, einer kleinen Stadt am Rhein, als das jüngste von 11 Kindern im Jahre 1803. Sein Vater war ein vortrefflicher und geachteter Wundarzt in jener Stadt. Er verlor seine ftomme und geliebte Mutter in ftühen Jahren; die Eindrücke aber, die ihr Beispiel und ihre Lehre auf ihn machten, waren, zumal sie durch seine älteste Schwester noch befestigt wurden, tiefe und bleibende. Diese Schwester war Hernachmals in ihren Arbeiten nnter der Leitung des bekannten Pastor Fliedner reich gesegnet. Sie starb im Jahre 1869, nachdem sie viel und lange Zeit Gutes gewirkt hatte. Reichardt wurde zuerst in der öffentlichen Schule seiner Vaterstadt unterrichtet und setzte Hernachmals seine Studien auf dem Gymnasium zu Duisburg fort. Er war immer eifrig bemüht, sich Kenntnisse zu erwerben, benützte jede Gelegenheit sein Wiffen zu ver- 7*

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