Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 29 (1873)
- Issue
- 5-6 (1873)
- Date
- 1873-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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82 sehr, woher haben Sie diese Macht, des Todes zu spotten und die Bosheit der Menschen durch Liebe zu überwinden?" Gobat's Stunde war gekommen; er predigte nun das Evangelium, das er vorher gelebt hatte, und der vorher so stille Evangelist wurde nun das Werkzeug, einige Mitglieder der Gesellschaft, vornehmlich den oben genannten Priester, zu entschiedenen Jüngern Jesu Christi zu machen. Alle aber, die auf dem Schiffe waren, behandelten ihn bis zur Ankunft in Alexandrien mit der tiefsten Ehrfurcht, und sahen ferner das Christenthum mit ganz anderen Augen an. So hatte der Sturm den Schiffsleuten müssen offenbar machen, daß sie einen Mann Gottes an Bord hatten. (Aus Funke: „Die Schule des Lebens.") Der Orient und die evangelische Kirche. Die römische, die griechische Kirche und ihre Abzweigungen sind im Orient bekanntlich seit alter Zeit heimisch. Anders steht es mit der evangelischen Kirche; diese hat sich erst im Verlauf dieses Jahrhunderts daselbst eingebürgert; seitdem aber freilich auch verhältnißmäßig sehr große Fortschritte gemacht. Von zwei Stellen her insbesondere ist die Arbeit zuerst ausgenommen worden; in beiden Fällen aber, möchte man sagen, auf eine Weise, welche es recht zu bestätigen scheint, daß der Orient nun einmal das Land der Räthsel und der Wunder ist. Die ersten Schritte, um die evangelische Kirche in das Leben des Orients einzuführen und in demselben auf diesem Wege eine neue Ordnung der Dinge von Innen heraus anzubahnen, sind von Amerika und von der englischen Judenmission her geschehen. Charakteristisch aber für beide ist es, daß sie, den evangelischen Traditionen getreu, bei ihrem Eintritt in den Orient von ganz anderen Gesichtspunkten sich leiten ließen, als es unter den alten Kirchen in den letzten Jahrhunderten der Fall gewesen war. Ihr Bestreben konnte es weder sein, einen alten Bestand zu wahren, denn ein solcher existirte für sie ja nicht; noch auch eine bloße Vertretung oder