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Dibre Emeth · 1873-01-01 · 5-6 (1873) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
29 (1873)
Issue
5-6 (1873)
Date
1873-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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71 fern: die Feinde des Herrn die gewaltigsten Zeugen für die Wahrheit seines Evangeliums. Darf das so bleiben in Jerusalem, im heiligen Lande? Darf die evangelische Christenheit sie ohne Wehe und Vorwurf sehen, die Trümmer und den Bau aus Holz, Heu und Stoppeln, ist's nicht ihre heilige Verpflichtung, an die sie gemahnt wird: kommt, laßt uns die Mauern Jerusalems bauen? Aber hat sie auch eine Hoffnung, solche Arbeit? II. Unsere Hoffnung. Oder meint ihr nicht, Geliebte, daß ein heiliger Muth dazu gehört, mit Nehemia zu stehen unter den Trümmern und auf der Asche der heiligen Stadt, inmitten eines Volkes — wie ein beredter Mund es treffend schildert — eines Volkes, eben kommend aus der Gefangenschaft, herausgezogen als ein Brand aus dem Feuer, an dessen Kleidern noch der Geruch des Feuers hastet, eines Volkes, das von den Sünden der Fremde entsündigt werden muß, zweifelnden Sinnes/ niedergeschlagen von der imponirenden Weltmacht Babels, heimkehrend mit Thränen in den Augen über die Trümmer in der Vaterstadt, verzweifelnd an der eigenen Kraft und an der Zusage des Herrn: und in dieses Volk hineinzurufen: kommt, laßt uns die Mauern Jerusalems bauen!? Klang es nicht fast wie ein Hohn inmitten dieses Elends? Ja wohl, und die Feinde haben es auch nicht fehlen lassen an ihrem Spott. Was ist das, das ihr thut? wollt ihr wieder vom Könige abfallen? so klingt er aus unserem Terte, und als die Arbeit doch begann und die Lücken gebüßt wurden, da ward er noch bitterer und schneidender: was machen die ohnmächtigen Juden? wird man sie so lassen? werden sie opfern? werden sie es einen Tag vollenden? werden sie die Steine lebendig machen, die Staubhaufen und verbrannt sind? Aber Tobia, der Ammoniter neben ihm sprach: laß sie nur bauen; wenn Füchse hinaufzögen, die zerrissen wohl ihre steinerne Mauer! Und lesen wir nicht zwischen den Zeilen unseres Tertes deutlich genug, wie auch die Freunde Nehemias zweifelnd und zagend das Haupt geschüttelt? Nun, worauf ruht Nehemia's Hoffnung, so fest und so fröhlich, daß sie nicht nur ihn selber mit heiligem Muthe erfüllt, sondern auch freudigen Wider-

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