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Dibre Emeth · 1873-01-01 · 5-6 (1873) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
29 (1873)
Issue
5-6 (1873)
Date
1873-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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70 denn der Weg zum himmlischen Jerusalem? Geht er nicht — sei's auch nur im Geist und Glauben — über das irdische Jerusalem? verbinden nicht mit Jerusalem, der heiligen Stadt, mit Palästina, dem heiligen Lande, die heiligsten Erinnerungen jede Christenseele? Die Stadt des Begräbnisses seiner Väter, die ehrt und liebt jener fromme Israelit in Jerusalem; und die Christenheit? Jst'S nicht ein Grab in Jerusalem, das ihr, ja das der Menschheit gehört, das einzige heilige Grab der ganzen Erde? Mag es zahllosen Christen unserer Zeit genug dünken, auch auf diesem Grabe nur die Grabschrift zu lesen: „sie haben einen guten Mann begraben" — uns, Geliebte, nicht wahr, uns ist er mehr, wir beten an seinem Grabe: die Strafe lag auf ihm, auf daß wir Frieden hätten und durch seine Wunden sind wir geheilet und wir jauchzen an seinem Grabe: Der Tod ist tobt, das Leben lebet. Das Grab ist selbst begraben nun. Mein Jesus, der sein Haupt erhebet. Darf fürder nicht im Kerker ruh'n. Und stellt mir diese Losung für: Ich leb' und ihr lebt auch mit mir. Und wir sollten nicht fragen, wie es stehe um diese Stätte, um die heilige Stadt, das heilige Land? Und was hören wir dann für Antwort? Immer noch die alte: die Mauern Jerusalems sind zerbrochen und ihre Thore mit Feuer verbrannt. Das Land, einst ein Land, da Milch und Honig floß — jetzt unfruchtbar, kahl und öde. Die heilige Stadt, malerisch anzuschaum mit ihren Kuppeln, Minaretö, Mauern und Zinnen — viel seltsame Heiligthümer in ihr aufgerichtet, vielerlei Gottesdienst in ihr zu sehen und zu hören: und doch, wie eine Trümmerstätte das Alles; von einem Bau, in Gott gebauet, von einer Anbetung Gottes im Geist und in der Wahrheit wie wenige Spuren! Auf Morija, dem Tempelberge, eine Moschee, von Heiden die Vorhöfe des Herrn zertreten, Christen und Juden selbst der Zugang zu dieser Stätte verboten. Aber am Fuße des Tempelberges, an einer altersgrauen Umfassungsmauer, da haben die Juden sich einen Platz gesucht, wo sie, die Stirnen an die Mauer gelehnt, stehen, klagend und weinend über Jerusalems Fall, seufzend nach einem Erretter, der ihnen so nahe und doch so

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