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Dibre Emeth · 1873-01-01 · 3-4 (1873) · page 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
29 (1873)
Issue
3-4 (1873)
Date
1873-01-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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'! -48 . ' / gemäß, das für verunreinigend gehaltene Samaria vermied und einen Umweg über das jenseitige Jordanland machte. Wie um jedem Mißverständnisse vorzubeugen, als wollte er das Gesetz aufheben, erwiderte er einem Pharisäer, der sich ihm anschließen wollte und nach den Bedingungen fragte: „Wenn du ewiges Leben erlangen willst, so beobachte das Gesetz, verkaufe deine Habe und gib es den Armen," d. h. theile es mit meinen der Armuth beflissenen Anhängern. Ueber Jericho in die Nähe Jerusalems gekommen, ließ er sich nicht in der Hauptstadt nieder, sondern nahm seinen Aufenthalt außerhalb der Mauern in einem Dorf Bethanien, im Westen des Oelberges, wo die Aussätzigen, welche die heilige Stadt meiden mußten, ihre Ansiedlung hatten. Im Hause eines solchen Aussätzigen, mit Namen Simon, der mit seinen Leidensgenossen sich ihm anschloß, fand er Obdach. Die andern Anhänger, die er in Bethanien fand, gehörten ebenfalls dem niederen Stande an, wie Lazarus uud seine Schwestern Maria und Martha. Nur von einem einzigen reichen und angesehenen Jerusalemer, Joseph von Arimathia, erzählen die Quellen, daß er ein Anhänger Jesu geworden. Ueber Jesu Einzug in Jerusalem und sein Auftreten in dem Tempel hat die Sage einen Dämmerschein der Verherrlichung verbreitet, welche nur wenig Geschichtliches enthält. Das Volk soll ihn im Triumphe unter Hostannagesang nach Jerusalem geleitet haben. Aber auch dasselbe Volk soll einige Tage später feinen Tod verlangt haben. Das Eine wie das Andere ist wohl erdichtet. Das Eine, um seine Anerkennung als Messias von Seiten des Volks darzustellen, das Andere, um die Blutschuld seiner Hinrichtung auf das ganze Volk Israel zu wälzen. Ebensowenig geschichtlich ist auch der Zug, daß Jesus gewaltthätig im Tempel aufgetreten sei, Wechseltische für die Tempelspenden umgeworfen und die Taubenverkäufer aus der Nähe des Tempels verjagt habe. Eine solche Aufsehen erregende That würde in den anderweitigen Quellen aus jener Zeit nicht verschwiegen worden sein. Auch ist es anderweitig nicht bekannt, daß Taubenhändler und Wechsler ihre Verkaufsläden innerhalb des Tempels gehabt hätten, sondern der Tempelschatz lieferte den Opfernden und Spendenden für Geld lediglich Wein, Oel und

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