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Dibre Emeth · 1873-01-01 · 3-4 (1873) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
29 (1873)
Issue
3-4 (1873)
Date
1873-01-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Jesus eine Krankheit, welche man damals Besessenheit nannte, durch Berufung, Beschwörung oder sonst ein Mittel geheilt hat. Dadurch erregte er die Bewunderung der Menge in einem hohen Grade. Erst dadurch erschien er den Personen von niedrigem Bildungsgrade als ein außerordentliches Wesen. In ihren Augen hatte der Prophet von Nazareth Gewalt über die bösen Geister, welche dem Menschen schaden, über den Satan, welcher die Kinder Israels von Gott abwendig macht, über die Hölle, der diese Wesen der Finsterniß entspringen. Er schien ihnen ein Gotteömann zu sein, dessen bloßes Wort magisch wirke, und dem Wunderthaten zu üben eine Kleinigkeit sei. Und da Jesus diese Niedrigen nicht von sich wies, sondern sich zu ihnen herabließ, mit ihnen vertrauten Verkehr pflegte, sie in einer ihnen verständlichen Sprache belehrte, und sie zu Theilnehmern am Himmelreich erziehn wollte, so war es natürlich, daß er sie an sich fesselte und sie ihm hingebende treue Anhänger wurden. Ermuthigt von dem guten Erfolge in Kapernaum, wo Jesus zuerst einen Jüngerkreis fand, reiste er in den galiläischen Städten umher, hielt sich längere Zeit in der zweiten Hauptstadt Bethsaida (Julias) und in Cborazin auf und warb da neue Anhänger. Indessen muß sein dortiges Erscheinen keinen nachhaltigen Eindruck hinterlassen haben, denn es wird ihm ein Wehe über diese Städte wegen ihrer Unbereitwilligkeit und ihres Widerstrebens in den Mund gelegt. Sie wurden gleich Sodom und Gomorrha verflucht. Aber seine treuen männlichen und weiblichen Jünger, die ihm überall hin folgten, dem gewaltigen Einfluß seiner Erscheinung unterliegend, thaten Alles, was er ihnen vorschrieb. Wie sie sich ihres frühem unsittlichen und unfrommen Lebenswandels entwöhnten, so entäußerten sie sich auch ihrer Habe, um in Gütergemeinschaft zu leben. Die Gemeinsamkeit in Speise und Trank, dem Essäerorden entlehnt, war das äußere Band, welches Jesu Anhänger an einander kettete. Unter seinen Jüngern wählte sich Jesus diejenigen zu besonders vertrautem Umgang aus, welche vermöge ihrer größeren Fassungsgabe oder ihres festen Charakters ihm zur Förderung seines Ziels dienlich schienen. Die Zahl dieser vertrautesten Jünger war den

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