Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 29 (1873)
- Issue
- 3-4 (1873)
- Date
- 1873-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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39 am Sabbath von Buße sprach, fragten die Zuhörer einander: „Ist das nicht der Sohn des Zimmermannes Joseph? Sind nicht seine Mutter und Geschwister bei uns?" Man rief ihm die Worte zu: „Arzt heile dich selbst zuerst!" und hörte nicht auf ihn. Einer unverbürgten Nachricht zufolge hätten die Nazarethaner ihn gar aus der Stadt gewiesen und ihm gedroht, ihn von einem Berge in den Abgrund zu stürzen. Diese schimpfliche Behandlung in der eigenen Vaterstadt gab ihm Veranlassung zu dem Spruche: „Der Prediger gilt am Wenigsten in seiner Heimath". Er verließ Nazareth, um nie wieder darin aufzutreten. Einen besseren und glänzenderen Erfolg fand Jesu Thätigkeit in der an der Westküste des Tiberias-Sees gelegenen Stadt Kapernaum. Die Einwohner dieser in einem paradiesischen, von üppiger Fruchtbarkeit strotzenden Landstriche gelegenen Stadt, unterschieden sich von den Nazarethanern, wie ein mildes Küstenklima von einer rauhen Gebirgslandschaft. Es gab wohl in Kapernaum mehr Verweichlichte, mehr in Laster Versunkene, wohl einen größeren Gegensatz von Reichthum und Armuth, und mehr lüderliches Gesindel wegen der Nähe der Hauptstadt des Fürsten Herodas Antipas und seiner verderbten Hofhaltung. Kapernaum bot daher seiner Wirksamkeit mehr Spielraum. Seine eindringliche, ernste, aus dem tiefsten Gemüth entströmende Belehrung fand mehr Eingang. Zuhörer aus dem niedrigen Kreise fanden sich zu ihm, schlossen sich ihm an und „folgten ihm nach." Zu seinen ersten Anhängern aus Kapernaum gehören Simon, mit dem Beinamen Kephaß, Petrus (Felsen) und sein Bruder Andreas, die Söhne des Jona, der erste halb und halb ein Gesetzesübertreter, der sich hin und wieder über die Speisegesetze hinwegsetzte; ferner die zwei Söhne eines gewissen Zebedäi, Namens Jacobuö und Johannes, eifervolle Männer, die Söhne des Sturmes genannt. Auch ein reicher Zöllner, den die Quellen bald Matthäus, bald Levi nennen, schloß sich ihm an, in dessen Haus Jesus beständig weilte und mit andern Genossen von dem verachtetsten Stande verkehrte. Auch Frauenzimmer von zweideutigem Rufe gehörten zu seinem Gefolge, von denen am berühmtesten geworden ist Maria Magdalena, aus welcher sieben Teufel, d. h. nach dem damaligen