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Dibre Emeth · 1873-01-01 · 1-2 (1873) · page 29

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
29 (1873)
Issue
1-2 (1873)
Date
1873-01-01
Page
– (sequence 29)
Language
German
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SS selbst mit den großen und raschen Entdeckungen der Gegenwart messen können. Kurz, man darf in Wahrheit und ohne Furcht behaupten, daß, während die einzigen anderen religiösen Systeme in der Welt, welche Beachtung verdienten, der Muhamedanismus, der Brahmaismus und der Buddhismus die Wissenschaft entweder erstickt oder doch mindestens aufgehalten und die Civilisation zum Stillstand gebracht haben, das Christenthum Kenntnisse aller Art gefördert hat und in sich selbst die höchste Civilisation gewesen ist, die man je gekannt hat. Ich habe natürlich bei der äußeren Entwickelung des religiösen Lebens der Christen besonders verweilt, nicht bei seinem inneren Wesen. Eine Vorlesung über die Beweise des Christenthums muß nothwendig auf das Hinweisen, was Alle wissen und verstehen können. Doch möchte ich, wäre die Zeit hierfür vorhanden, auf die Charaktere einzelner Christen als auf Beweise der erhebenden, veredelnden, reinigenden, heiligenden Macht der Lehre Christi, der stch in die Person desselben versenkenden Betrachtung und der Liebe zu ihm Hinweisen. Ich will mich an der Anführung einiger Worte, die manche hier gelesen haben und noch lange mit Interesse lesen werden, genügen lasten. Der Verfasser der Schrift „Leos homo“ schreibt: „Daß Christi Methode recht angewandt in der That eine gewaltige Macht besitzt, kann durch ein Argument gezeigt werden, das auch der strengste Beurtheiler der Christen kaum abweisen können wird. Man vergleiche die alte mit der modernen Welt; mansche dieses und jenes Bild an. Ein scharfer Unterschied drängt sich in den Charakteren der Menschen mit Gewalt hervor. Unter allen Menschen der alten heidnischen Welt gab es kaum einen oder zwei, denen wir es wagen möchten, das Beiwort „heilig" beizulegen. Mit anderen Worten, es gab nicht mehr als zwei oder drei, wenn überhaupt irgend einen, die außer einer Tugendhaftigkeit in ihren Handlungen, von einem ungeheuchelten Enthusiasmus für das Gute beseelt waren, und außer der Enthaltung von den Lastern selbst einen bösen Gedanken mit Abscheu betrachteten. Wahrscheinlich wird Niemand leugnen, daß in christlichen Ländern dieses höher strebende Gutsein, welches wir Heiligkeit nennen, eristirt hat. Wenige werden behaupetn, daß es außerordentlich selten ist. Die Wahrheit ist vielleicht die, daß es seit der Zeit Christi kaum eine Stadt in einem christlichen Lande gegeben hat, wo ein Jahrhundert dahinging, ohne einen Charakter von solcher Erhabenheit aufzuweisen, daß seine bloße Gegenwart die Bösen beschämt und die Guten besser gemacht hat, ja zu Zeiten wie die Gegenwart Gottes selbst empfunden wurde. Und wenn dies der Fall ist, ist dann Christi Werk noch mißlungen? oder kann das Christenthum danit noch sterben?" Wenden wir diesen Beweis auf einen oder zwei der größten und besten unter den heidnischen Philosophen an. Nehmen wir

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