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Dibre Emeth · 1873-01-01 · 1-2 (1873) · page 26

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
29 (1873)
Issue
1-2 (1873)
Date
1873-01-01
Page
– (sequence 26)
Language
German
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26 seiner Menschlichkeit willen berühmter, als Titus; und doch, als Titus Jerusalem erobert hatte, kreuzigte er seine unzweifelhaft braven Vertheidiger bei Tausenden, und die Geschichte erzählt uns, daß es an Kreuzen für die Körper und an Raum für ihre Aufrichtung fehlte. Wenn Gustav Adolf eine Stadt einnahm, bewahrte er das Leben ihrer Einwohner in so hohem Grade, daß man sagte: „Keines Haupt traf irgend ein Schade." In dem Kriege, dessen Zeugen wir soeben gewesen sind, marschirte die deutsche Armee nach heftigen Kämpfen und einer langwierigen Belagerung in Paris ein; aber die erste Sorge der Eindringenden war nicht, ein Blutbad anzurichten oder zu schrecklichen Mißhandlungen zu greifen, sondern die hungrigen Einwohner der eroberten Stadt zu speisen, indem die siegreiche Armee ihre eigenen Lebensmittel hingab, um ihren Feinden, die sonst leicht vor Hunger umgekommen wären, die nöthige Nahrung darzureichen. Und was die Gefangenen in unseren heutigen Kriegen betrifft, so werden die Verwundeten und Kranken von den Aerzten behandelt, und in den Hospitälern derer verpflegt, gegen welche sie gekämpft haben, und erlangen ihr Leben wieder, um gegen ihre Pfleger vielleicht von Neuem zu kämpfen. (Die schrecklichen Thaten, welche die Communisten begangen haben, sind Thaten von solchen, die sich selbst ihres Atheismus rühmen). Tieft Rücksicht für das menschliche Leben wird gerade von Philanthropen als der sicherste Beweis einer hohen Civilisation betrachtet; und ich darf zuversichtlich fragen, ob sie jemals anders entstanden wäre, als unter dem Einflüsse der christlichen Lehre und als Wirkung des: christlichen Mitgefühls. Wenden wir uns zu der Frage von der Sclaverei. Einige haben den Einwurf gemacht, daß es keine Anklage wider die Sclaverei in der Schrift gebe, Ich habe jetzt nicht mit dem Alten Testamente zu thun; dennoch möchte ich im Vorübergehen sagen, daß, während Moses es kaum abweisen konnte, die Sklaverei als ein herrschendes Institut zu betrachtender dennoch Gesetze gab, welche ihre Schrecken aufs Aeußerste mäßigte und den jüdischen Sklaven in eine Lage versetzte, die moralisch, social und geistig angesehen, der in jedem heidnischen Staate völlig unähnlich war. Was aber das Evangelium betrifft, so müssen wir Ms wieder erinnerndaß Christus,

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