Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 29 (1873)
- Issue
- 1-2 (1873)
- Date
- 1873-01-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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dem Wirken des allgemeinen Gesetzes ist, das in der Schöpfung/ in der Vorsehung und in der Gnade zu herrschen scheint. Die Analogie zwischen der Entwickelung, die innerhalb der Natur und der, welche in der Offenbarung stattfindet, ist in einer früheren Vorlesung dargestellt worden. Sicherlich erscheint es als ein Princip des göttlichen Thuns, daß alle Dinge sich zu ihrer Reife durch einen beständigen stufenweisen Fortschritt und durch ein ebensolches Wachsthum erheben sollten. So blieb die Kindheit der Menschen in einem ebenbeginnenden Morgengrauen; dann trat das Morgenroth in dem Zeitalter der Patriarchen und der Propheten ein, bis mit der Ankunft Jesus Christi der volle Tag in der Welt anbrach. In der nämlichen Weise eines stufenweisen Fortschritts hat jener Tagesanbruch aus der Höhe sein helles Licht zuerst bis zu dem einen und dann bis zu dem anderen Lande ausgebreitet. Es ist nicht wunderbarer, daß China und Indien und Central-Afrika das Licht noch nicht gesehen haben, als daß seit Jahrtausenden vergangener menschlicher Geschichte das ganze Menschengeschlecht, mit Ausnahme eines höchstens sehr kleinen Theiles, nichts von Christo oder selbst von Gott erfahren sollte. Es hat eben eine Kindheit der Menschen gegeben, wie es eine Kindheit des Universums gegeben hat; und wir dürfen es wohl glauben, daß es eine Vorbereitung für die Ankunft Christi gab und an einer anderen Stelle eine Vorbereitung für die Kenntniß seiner Ankunft, die jener Vorbereitung entspricht, welche durch ungezählte Zeitkäufe hindurch für die Herstellung der Erde zur Wohnung der Menschen geschah. Was aber die unvollkommene Aufnahme des Christenthums an einigen Stellen und zu einigen Zeiten oder seinen thatsächlichen Rückschritt, wie seit der mohamedanischen Eroberung, im anderen betrifft, so müssen wir fragen, ist es nicht klar, daß wir einen Fortschritt des Christenthums durch moralische und nicht durch mechanische Mittel erwarten müssen? Christus ließ einen Sauerteig in der Welt zurück, damit er wirken und die Menschen durchsäuern möchte. Wir sind zu der Erwartung geneigt, daß durch magischen und nicht durch seinen eigenen moralischen Einfluß das Christenthum wirken sollte. Unser Herr wirkte so niemals auf Erden. Wenn er in seinen