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Dibre Emeth · 1873-01-01 · 1-2 (1873) · page 23

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
29 (1873)
Issue
1-2 (1873)
Date
1873-01-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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S3 Wundern durch eine mechanische Gewalt über die Natur wirkte, so wandte er nie eine solche Gewalt gegen den menschlichen Willen an, noch wirkt heute sein Evangelium'so in der Welt. Er nannte seine Kirche das Salz der Erde; aber warnte sie, daß sie nicht ihre salzende Kraft verlieren möchte. Er sagte, sie sei ein Senfkorn, das zu einem Baume erwachsen und die Erde erfüllen würde; aber er sagte niemals, daß es keinen Brand oder Frost oder Unwetter geben sollte, das ihr WachSthum beeinträchtigen oder ihre Blätter abreißen oder ihre Zweige abbrechen möchte. Die Apostel selbst wußten, daß sie ihren Schatz des Evangeliums in irdenen Gefäßen trugen, und wenn das Gefäß Schaden erlitt, konnte der Schatz von demselben nicht sicher bewahrt werden. Die Erwartung ist sehr natürlich, daß ein mächtiges Heilmittel eine sofortige Heilung bewirken sollte. Aber die Erfahrung hat uns beständig gelehrt, daß Krankheiten einen zu tiefen Sitz haben, oder Constitutionen für eine schnelle oder vollkommene Wiederherstellung zu krank sind. Wir erwarten von Natur, daß Jedermann unter dem rechten Einfluß des Christenthtuys vollkommen werde; wir erwarten, daß eine christlich gewordene Gesellschaft keine Fehler aufweise. Aber in Wirklichkeit finden wir nur, daß beide, die einzelnen Menschen und die Völker, ein neues Princip haben, welches sie stufenweise erhebt; daß sie von einem neuem Leben bewegt werden, welches sich in der That zu Zeiten in frischer Thatkrast beweist, zu Zeiten aber auch matt und schwach wird. Gestehen wir dies zu, so wird nichts bei dem langsamen Fortschreiten des Evangeliums durch die Welt unseren Glauben bedenklich machen. In seinem Anfänge war das Christenthum in einen tödtlichen Kampf mit dem Heidenthum hineingestellt. Jenes, Heidenthum hat es standhaft ausgerottet, während es die gesündere Philosophie, die in der Mitte des Heidenthums lebte, für sich selbst adoptirte. Hier geschahen nun oft Versuche zu einem Compromiß. Daraus entsprang eine Vermischung von christlicher Wahrheit und. Philosophie, und zwar einer Philosophie von dem verderbtere» heidnischen Charakter, nicht von ihrem reinsten und göttlichsten Typus. Daher kamen die seltsamen Formen der Häresie, welche uns in den früheren.Jahrhunderten begegnen. Nach den Eroberungen der Bar-

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